Das maritime Österreich – ein Nachruf

Wir lesen bei der Deutschen Presse-Agentur:

Österreich gibt Seefahrt auf
Österreich zieht sich offiziell aus der gewerbsmäßigen Seefahrt zurück. Das beschloss das Parlament des Alpenstaates ohne Meeresküsten [am 19. April 2012]. Grund für den Rückzug ist, dass seit geraumer Zeit keine Hochseeschiffe unter österreichischer Flagge mehr unterwegs sind. Das letzte derartige Schiff beendete 2011 seine Fahrten über die Weltmeere. […]
Quelle: Kronen Zeitung

Auf der einen Seite ist dies ein untrügliches Zeichen der Globalisierung, in der es bei den internationalen logistischen Ketten nicht mehr darauf ankommt, unter welcher Flagge der Container transportiert wird. Zum anderen erlaubt diese Meldung einen Rückblick auf andere Zeiten. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1918) hatte Österreich-Ungarn Zugang zum Mittelmeer. Die k.u.k. (kaiserlich-königliche) Kriegsmarine war die sechsgrößte Kriegsflotte der Welt und war in Triest und Pola (heute Kroatien) stationiert. Interessante Modelle der k.u.k. Kriegsmarine findet man übrigens bei navis-neptun.de.

Aber Österreich wäre nicht Österreich, wenn man nicht noch ein „bisserl“ maritime Tradition hätte: Die Wiener Sängerknaben tragen immer noch den Matrosenanzug – auch ohne Flotte!

Gruppenfoto des Mozart-Chors der Wiener Sängerknaben 2008

Gruppenfoto des Mozart-Chors der Wiener Sängerknaben 2008.
Bildquelle: http://www.wienersaengerknaben.at

4 Gedanken zu „Das maritime Österreich – ein Nachruf

  1. Österreich hat eigentlich noch mehr Maritimes zu bieten: Als Habsburgerreich (mit Spanien) hatte es die größte Flotte der Welt. In Zeiten der kuK Marine wurde die Schiffsschraube und der Torpedo erfunden. Und jedes Jahr feiert Österreich am 20. Juli die Seeschlacht von Lissa, bei der Österreich mit zahlenmäßig unterlegener Marine die italienische Marine besiegte. Hiervon zeugt auch noch die Admiral Tegetthoff Säule in Wien in der Nähe des Praters. Und das Heeresgeschichtliche Museum beherbergt in sein Räumen eine kleine, aber feine Marineausstellung u.a. mit dem Modell der Viribus Unitis, des letzten Flottenflaggschiffs der KuK Marine bis 1918. Also, es ist noch mehr vorhanden als der Kieler Knabenanzug der Wiener Sängerknaben.

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