Werftensterben in Deutschland

Wir lesen im aktuellen DVZ-Brief Express:

Die P+S-Werften haben beim Amtsgericht Stralsund einen Insolvenzantrag für die beiden Schiffbaubetriebe in Stralsund und Wolgast gestellt. Der Antrag wurde heute Morgen von Werftchef Rüdiger Fuchs eingereicht. Damit sind die Rettungsversuche für die seit Monaten finanziell angeschlagenen Werften mit knapp 2000 Beschäftigten gescheitert. Land und Bund hatten die Auszahlung der staatlichen Rettungsbeihilfen gestoppt, nachdem deutlich wurde, dass die Werftensanierung teurer wird und die 152,4 Mio. EUR Staatshilfe nur bis Jahresende reichen. Nach Einschätzung von Fuchs hat sich die Volkswerft in Stralsund auf dem Weg zum Spezialschiffbauer mit zu vielen Neukonstruktionen in zu kurzer Zeit übernommen.
DVZ-Brief Express 30.08.2012

Die Insolvenz der P+S-Werften zeigt das grundsätzliche Dilemma staatlicher Subventionen jenseits der Starthilfe. Wenn eine Industrie keine Aufträge gewinnt, hat sie am Markt nichts verloren! Dies gilt auch für Opelwerke: Man kann den Kunden schließlich nicht zwingen, einen Astra zu kaufen.

Deutsche Werften können nur im Spezialschiffbau überleben; und auch dort ist die Luft zum Atmen dünn. Dies hat auch P+S erkannt, sich aber beim Übergang zum Spezialschiffbau überhoben. Eine solche Fehleinschätzung kann auch durch staatliche Subvention nicht ausgeglichen werden. Deutschland ist in der Vergangenheit mit Zurückhaltung beim staatlichen Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen gut gefahren; wir wollen keine Staatswerften wie in Frankreich! Die P+S-Werften hätten schon früher über die tatsächliche, hoffnungslose finanzielle Situation aufklären müssen. In der Schiffbau-Industrie (zivil wie militärisch) muss man die ausgetretenen Pfade verlassen und neue, innovative Wege einschlagen. Blechbiegen kann man inzwischen rund um den Globus.

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