Es tut sich was…

Es tut sich langsam etwas im maritimen Sektor! Am 9. November meldete das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie BMWi, dass der Bundestag beschlossen hat „…die Mittel für die Innovationsförderung des deutschen Schiffbaus um eine Million Euro zu erhöhen. Damit stellt der Bund 2013 insgesamt 13 Millionen Euro im Rahmen des Förderprogramms ‚Innovativer Schiffbau sichert wettbewerbsfähige Arbeitsplätze’…“ bereit.

Eine Million Euro sind nicht besonders viel bei einem Bundeshaushalt von 312,7 Milliarden Euro, wir wollen uns jedoch nicht beschweren. Aber es fällt noch mehr auf – so stolpern wir auf der Homepage des BMWi über den „Branchenfokus Maritime Wirtschaft“, der uns durch folgenden Ausschnitt überrascht:

„Eine starke, wettbewerbsfähige maritime Wirtschaft ist für ein außenhandelsorientiertes Land wie Deutschland von hoher gesamtwirtschaftlicher Bedeutung. Der Erhalt und die Stärkung des maritimen Standortes Deutschland gehören deshalb zu den wichtigsten Zielen und Handlungsfeldern der maritimen Politik der Bundesregierung.
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie: Branchenfokus Maritime Wirtschaft

Auch wenn wir (noch) nicht davon überzeugt sind, daß das Thema bei der Bundesregierung einen so hohen Stellenwert einnimmt wie hier dargestellt wird, lohnt es sich den kurzen Steckbrief Maritime Wirtschaft des BMWi zu lesen. Dort findet man auch einen Hinweis auf den Nationalen Masterplan Maritime Technologien, dessen Ziel es ist „…die Präsenz, Wahrnehmung und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Meerestechnik auf nationalen und internationalen Märkten zu erhöhen.“

Der Masterplan geht zurück auf die Entscheidungen des Bundestages von März 2007 und März 2009; im Juli 2011 wurde der Masterplan selbst vorgestellt: Auf 50 Seiten werden die maritimen Techniken und Technologien sowie der Masterplan vorgestellt, wie man den maritimen Sektor in Deutschland wirtschaftlich und technologisch stärken kann. Neben der notwendigen Vernetzung maritimer Interessen formuliert der Masterplan den Anspruch, das Maritime in der Gesellschaft zu stärken.
Dazu lesen wir auf Seite 21:

I. Einführung
(6) Branchenbild und öffentliche Wahrnehmung verbessern
Ein wichtiges Ziel ist es, die Meerestechnik stärker als eine zusammengehörige Branche in das öffentliche Bewusstsein zu bringen und permanent zu positionieren. Die Meerestechnik ist für die Menschen in vielerlei Hinsicht von großer Bedeutung. Es braucht herausragende Technologien, um die Möglichkeiten des Meeres nachhaltig nutzen zu können. Die Gewichtung von Sicherheit, Umwelt- und Naturschutz in der Meerestechnik führt außer-dem zu einer größeren Akzeptanz. Die sichere Förderung von Öl und Gas oder auch anderer Rohstoffe aus dem Meer ist in den nächsten Jahrzehnten nur möglich, wenn die Meerestechnik zuverlässige neue Technologien entwickelt. Dieser positive Aspekt soll stärker gewürdigt werden. Zur Darstellung der Potenziale der Meerestechnik ist es beispielsweise vorgesehen, die wichtige Branchenmesse für maritime Technologien, die SMM (Schiff, Maschine, Meerestechnik) in Hamburg zu nutzen oder die Einführung eines nationalen Meerestechnikpreises zu prüfen.
Nationaler Masterplan Maritime Technologien (NMMT), Juli 2011 als PDF

Das ist alles?!
Zumindest bei diesem Punkt greift der Masterplan gründlich zu kurz. Wer jetzt meint, es gäbe über den NMMT viel mehr zu diskutieren und ggf. zu kritisieren als diesen einen Punkt, hat Recht. Aber: Unter dem Masterplan sind bereits die wichtigen maritimen Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft mit ihrer Intention vereint – der Anspruch in diesem Segment soll aber die Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung sein. Das war immerhin einer der drei Kernansprüche des Masterplans in seiner Einleitung. Das Problem ist ja nicht (nur) der maritime Sektor für sich selbst genommen, sondern seine Bedeutung und Wahrnehmung in der deutschen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Allein die Idee der Preisverleiung: Fachleute zeichnen Hochtechnologie aus ihrem Fachbereich aus – das garantiert nur, dass man unter sich bleibt. Ein Mehrwert, um das Thema in die Gesellschaft zu tragen, ergibt sich daraus nicht! Branchenmessen wie die SMM zu nutzen, um die Potenziale der Meerestechnik darzustellen, ist keine Erkenntnis, sondern eine Selbstverständlichkeit, Pflicht und nicht Kür. Die Sea Blindness in der Gesellschaft gilt es anzugreifen, nicht mit maritimen Aktionsplänen auf eigenem Territorium die eigenen Leute zu konvertieren! Mit anderen Worten: VW und Siemens, deren mittelständische Zulieferer, die Bürger und die von ihnen gewählten Politiker müssen ein maritimes Bewusstsein und Interesse entwickeln, die gilt es anzusprechen und mitzunehmen.

Und doch, es tut sich etwas: Es gibt zumindest einen Masterplan!

www.nmmt.de
Homepage der Koordinationsstelle des Nationalen Masterplans Maritime Technologien

Ein Gedanke zu „Es tut sich was…

  1. Wir sind auf dem richtigen Weg, müssen aber Gas geben! Unser Kernthema „das Maritime“ muss eine Verankerung in der deutschen DNA erfahren, die über eine Einsicht in die Verhältnisse hinausgeht. Dieser Blog muss über alle auch noch so kleinen Aspkete berichten & sie kommentieren.

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