Aus der Krise an die Spitze

Am Dienstag, den 18. Dezember, gaben die Reedereien Hapag-Llyod und Hamburg Süd die Prüfung einer Fusion ihrer beiden Unternehmen bekannt. Die fusionierten Unternehmen würden sich so zur viertgrößten Reederei der Welt mit über 250 Containerschiffen und einer Transportkapazität von mehr als einer Millionen Standartcontainern (TEU) zusammenschließen. Im Vergangenen Jahr haben Hapag-Llyod und Hamburg Süd einen Umsatz über 10 Milliarden Euro verzeichnen können.

Deutschland ist Globalisierungsgewinner und weltweit Toplogistikstandort! Auch wenn der Entschluss zur Fusion aus der Krise der globalen Containerschifffahrt heraus geboren wurde, er stärkt den Logistikstandort Deutschland und stellt die Weichen für die Zeit nach der Krise. Zur Zeit haben alle Containerlinien mit höheren Treibstoffkosten, niedrigen Transportpreisen und Überkapazitäten zu kämpfen – Grund ist die Dichte der Unternehmen sowie die steigende Konkurenz aus Südkorea und China. So hat Hapag-Lloyd in den ersten neun Monaten diesen Jahres bereits 100 Millionen Euro Verlust hinnehmen müssen. Allerdings erwarten Branchenexperten eine Verbesserung des Marktes innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre.

HamburgSüdSydney

Das Containerschiff Cap Beatrice im Hafen von Sydney.
Quelle: Reederei Hamburg Süd

Klaus-Michael Kühne, Großaktionär von Hapag, sagte der Tageszeitung Die Welt vom 19. Dezember: „Mein persönlicher Wunschtraum wäre ein Bündnis aus drei Partnern: Zu Hapag-Llyod und Hamburg Süd müsste noch eine Reederei auf Fernost hinzu kommen.“ Vor sieben Jahren war der Versuch Hapag-Lloyds, mit einer Reederei aus Singapur zusammen zu kommen, gescheitert.

Der drohende Rotstift setzt Kreativität und Wandel frei! Eine Fusion zu diesem Zeitpunkt ist sicherlich der richtige Schritt  bevor aus der Krise eine Pleite wird. Die Idee, zusätzlich einen Premiumpartner aus Fernost mit ins Boot zu holen, hat ihren Reiz: Der Indische Ozean und die chinesischen Meere werden auch zukünftig weiter an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung zunehmen!

4 Gedanken zu „Aus der Krise an die Spitze

  1. Das passt! Für die Exportnation Deutschland ist die Sicherung der globalen Ströme von wirtschaftsstrategischer Bedeutung, hierzu gehört eine robuste Reederei in der Top Liga. Bleibt zu hoffen, das Hapag-Aktionär Kühne seine Kontakte zur Reederei in Singapur wieder aufnimmt. Der Blog sollte an diesem Thema dran bleiben.

  2. Klingt gut. Aber es sind in jüngster Vergangenheit schon einige Fusionsträume schnell geplatz (EADS und BAE, NYSE und Frankfurter Börse). Und wenn wir, wie oben gesagt, in der ersten Transportlige spielen wollen, dann brauchen wir auch schnell einen tragfähigen Beschluß zur Elbvertiefung. Oder sollen Hapag-Lloyd und Hamburg Süd künftig ihre Ladunegn in Rotterdam und Antwerpen löschen? Komme keiner mit Wilhelmshaven, denn hier fehlt bekanntlich die Hinterlandanbindung.

    • Das mit der Hinterlandanbindung stimmt so nicht! Die Autobahn führt direkt in den Hafen, die Bahnstrecke ist wieder in Betrieb. Wir sollten in Deutschland nicht selber noch unsere eigenen Möglichkeiten schlechtreden, wie das häufiger in Richtung JadeWeserPort geschieht, meint
      der Segler

  3. Es ist richtig das die Fusion EADS/BAE für’s erste gescheitert ist, es wird einen neuerlichen Anlauf geben, nachdem die Governance Struktur zwischen Paris und Berlin geklärt ist.
    Natürlich muss es im maritimen Bereich einen „comprehensive approach“ geben, zu dem u.a. die Elbvertieifung und die konsequente Nutzung des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven gehören. Wichtig ist, das die „Message“ in die Welt ist, dass Europa dynamisch und keinesweg stagnierend ist!

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