Die Marine im Spannungsfeld zwischen Auftragserfüllung und Attraktivität – Ein Aufsatz von Kapitänleutnant Katharina Jens

Mit dem Aufsatz von Kapitänleutnant Katharina Jens, eine der beiden Erstplazierten im Aufsatzwettbewerb des DMI und des Inspekteurs der Marine, setzen wir unsere Publikationsreihe fort:

Die Besucherzahlen der diesjährigen maritimen Veranstaltungen sprechen für sich: Eine Million Gäste verzeichneten sowohl Hanse Sail als auch der Hamburger Hafengeburtstag, 1.2 Millionen Besucher konnte die Sail Bremerhaven verbuchen und als unangefochtener Spitzenreiter hat die Kieler Woche im Jahr 2015 3.8 Millionen Menschen an die Küste locken können. Seefahrt ist also mitnichten unbeliebt und das Element Wasser und die auf ihm zur See fahrende Technik noch immer ein Publikumsmagnet. Die Projektion dieser Begeisterung für die Seefahrt auf die Deutsche Marine allerdings – sie misslingt zuweilen und lässt sich deutlich an den rückläufigen Bewerberzahlen ablesen. Maritimes Flair als Grund für einen Wochenendausflug scheint plausibel – als Beweggrund für die Berufswahl jedoch eher weniger ausschlaggebend.

Und so steht die Marine vor einer schwierigen Aufgabe, nämlich der, eine zunehmende Anzahl an Einsatzverpflichtungen mit weniger Schiffen und einem schlanken Personalansatz zu bedienen. Umso wichtiger wird es also, bundesweit als Arbeitgeber in Erscheinung zu treten, der nicht nur mit Seefahrerromantik aufwarten kann, sondern auch die konventionellen Anforderungen an ein Unternehmen erfüllt, das qualifizierte und motivierte Bewerber anspricht und halten kann.

In der Betrachtung dieses Spannungsfeldes ist es unumgänglich, Prämissen zu klären und Ausgangspunkte zu definieren. Als gangbare Heuristik kann hierbei die volkstümliche Redewendung dienen, die den Menschen dazu aufruft, die Dinge zu ändern, die er beeinflussen kann, und jene hinzunehmen, auf die er objektiv betrachtet keinen Einfluss hat. Im Fall der Marine lassen sich diese beiden Teilmengen recht zügig identifizieren, denn als Institution der Parlamentsarmee hat die eigene Führung nur bedingten Einfluss auf Auftragslage, Bündnisverpflichtungen und die aktuell verfügbaren Waffensysteme – sehr wohl aber auf die Eigendarstellung der Teilstreitkraft und deren Personalgewinnungsmaßnahmen.

Diese Fixpunkte, vor dem Hintergrund der generellen demographischen Entwicklung, bilden den Gestaltungsrahmen innerhalb dessen die Marine sich verorten muss – das daraus resultierende Selbstbild muss dann differenziert ausformuliert werden, um gesellschaftlich kommuniziert werden zu können. Eine schwierige Aufgabe in Zeiten, in denen man als Organisation nicht mehr die alleinige Gestaltungsmacht des öffentlichen Auftritts hat. Soziale Medien, das Internet und die Vernetzung aller möglichen Kommunikationswege erlauben es nun jedem Soldaten und auch jedem Bürger das Image der Streitkräfte zu formen und mitzuteilen.

Grund genug also, um anzuerkennen, dass die eigentliche Sendungskompetenz nicht mehr von einzelnen, designierten Stellen in der Marine ausgeht, sondern vielmehr von jeder, mit ihr in welcher Art auch immer verbundenen, Person.

Auf den Punkt gebracht: Die Marine ist so attraktiv, wie sie von den eigenen Soldaten empfunden wird, nicht wie sie durch die Zentren für Nachwuchsgewinnung und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit dargestellt wird.

Diese Überlegung soll darum auch der Ausgangspunkt für die vorliegende Betrachtung sein – immer in dem Bewusstsein, dass die Auseinandersetzung mit den Erfahrungen und Anregungen aktiver Soldaten nur ein Teilaspekt einer Diskussion über die Attraktivität der Deutschen Marine sein kann.

Der Dienst an der Waffe, Kriegsdienst – martialisch belegte Begrifflichkeiten, die dem Soldaten von heute zwar geläufig sind, aber nur in geringem Maße beschreiben, worüber er selbst seinen Beruf definiert. Kein anderes Berufsfeld verfügt über derart gesellschaftlich manifestierte Stereotypen, gegen die es ankämpfen muss, wie das des Soldaten. Und mit dem Wegfall der Wehrpflicht auch einen Weg weniger, um gegen diese aktiv anzugehen und den jungen Menschen zu vermitteln, dass die Bundeswehr mehr ist als marschieren, stillstehen und schießen. Teil der Gesellschaft zu sein – ein Bürger in Uniform, wie es das Konzept der Inneren Führung nahelegt – das ist schwieriger geworden, seitdem es keine Verpflichtung mehr gibt sich mit der Bundeswehr auseinanderzusetzen. Denn das musste, egal ob er Zivildienst leistete oder doch „zum Bund“ ging, jeder: sich Gedanken machen. Über die Rolle der Bundeswehr, über seine eigenen Werte und Ziele und über die Gesellschaft in der er leben wollte. Diese Fragestellung entfällt und hinterlässt vor allem eine Lücke in der Gedankenwelt der Schulabgänger unserer Zeit. Es mag Stimmen geben, dass diese kleine Entkopplung der Bundeswehr von der Bevölkerung dazu führt, dass sie interessanter wird. Schließlich könnte sie zu einem solch glorifizierten Mysterium wie die Armed Forces der Vereinigten Staaten von Amerika werden. Das darf aber nicht der Anspruch sein. Soldaten gehören in die Mitte der Gesellschaft und dieser Fakt bedeutet sowohl Fluch als auch Segen. Fluch, weil es eben nicht möglich ist, ein uniformes Bild der Streitkräfte zu senden, das darauf ausgelegt ist, soviel wie möglich zu versprechen und so attraktiv wie möglich zu wirken. Segen, weil die Bundeswehr dadurch authentisch bleibt, sich selbst ein gesellschaftliches Regulativ auferlegt und sich durch das definieren kann, was sie ausmacht: die Menschen, die ihr dienen. Das heißt im Umkehrschluss aber auch: Was die Soldaten attraktiv finden und das was die Marine attraktiv macht – das ist es, was die breite Öffentlichkeit wahrnimmt und somit der wichtigste Weg um die eigene Position nach außen zu vertreten.

Um dies im Sinne der Nachwuchsgewinnung und Personalbindung zu nutzen, wirken extrinsische Motivationsfaktoren allerdings nicht. Man kann einen Soldaten nicht dafür bezahlen, zu sagen, er finde die Bundeswehr sei der beste Arbeitgeber der Republik. Zwar werden Soldaten für ihre Loyalität entlohnt – sie können sich allerdings nicht ihre Meinung und ihr Gewissen abkaufen lassen. Im Gegenteil – mit dem Anspruch an sich selbst, der Gesellschaft einen Dienst zu tun, verbinden viele auch, diese an ihrem Leben in den Streitkräften teilhaben zu lassen und die Dinge darzustellen wie sie sind.

Und auch wenn man öffentliche Meinungsäußerungen zu dienstlichen Angelegenheiten regulieren kann – die Lebensrealität von Soldaten tragen diese, auch ohne ein Wort zu sagen, in ihr Umfeld. Diese Lebensrealität hat sich geändert seit der Gründung der Marine vor knapp 60 Jahren. Um fast die Hälfte geschrumpft ist die Personalstärke der kleinsten Teilstreitkraft heute deutlich geringer als noch 1956. Die Einsätze sind dafür umso globaler, intensiver und vor allem: zahlreicher geworden. Dies lässt sich schon recht plakativ an den Einsatzgrenzen der Marine festmachen, die sich von der Begrenzung Dover-Calais bis zum 60. nördlichen Breitengrad zu Beginn über den Nordflankenraum der NATO bis auf alle Weltmeere ausgebreitet haben. Ob humanitäre Hilfe in Süd-Ost-Asien, Anti-Piraterie Missionen vorm Horn von Afrika oder gemeinsame Übungen mit der US Navy im West-Atlantik – kein Seegebiet ist zu weit entfernt um nicht von Schiffen und Booten der Deutschen Marine befahren zu werden. Vielfältige Einsätze und lange Anmarschwege in eben diese bringen für Soldaten allerdings nicht nur einige Seemeilen auf das Konto und Weltläufigkeit ins Gemüt: vor allem bringen sie Abwesenheit von der Heimat. Diese Konsequenz allerdings ist eine vorhersehbare Folge der ursprünglichen Berufswahl – kein Mensch wählt die Marine als Arbeitgeber, ohne sich darüber bewusst zu sein, dass Schiffe aufs Meer und nicht in den Hafen gehören. Die der eigentlichen Seefahrt vorgelagerten Abwesenheitszeiten allerdings, bedingt durch technische und funktionale Erprobungen, Zertifizierungen und Vorbereitungsfahrten – die sind den wenigsten zu Beginn ihrer Fahrenszeit bewusst. Doch hört man sich um im Kameradenkreis, so sind die Häufigkeiten der Abwesenheit kein Grund für Unzufriedenheit. Seefahrt ist das Metier, dem sie sich verschrieben haben und das sie mit Stolz erfüllt – solange sie Zeit dafür haben, sich und ihre Angehörigen darauf vorzubereiten. Zeitlicher Vorlauf ist Grundvoraussetzung für Planbarkeit. Denn Planbarkeit gibt Sicherheit. Die ist es, wonach alle Menschen streben – unabhängig von ihrem Beruf. Soldaten dieses Grundbedürfnis abzusprechen, würde dem Versuch gleichkommen, sie davon zu überzeugen, keinen Hunger mehr zu verspüren. Und doch – schaut man in die vielen Änderungen der Jahresübersicht Einsatzplanung, kann man erkennen, dass diejenigen, die denken, sie könnten am Anfang des Jahres wissen, wo sie zur Jahresmitte sein werden, auf dem Holzweg sind. Als aktuelles Beispiel kann hierfür die Fregatte SCHLESWIG-HOLSTEIN herangezogen werden. Diese befindet sich zur Zeit im zweiten Einsatz in zwei Jahren und erwartet regulär die nächste Werftphase ab Anfang 2016. So zumindest der Sachstand bis etwa Anfang September 2015 – und Grundlage für viele, sich nicht nur dienstlich sondern auch privat auf Veränderungen einzustellen, die mit einer längeren Hafen- beziehungsweise Werftliegezeit vereinbar sind. Sei es der Hausbau, die Familienplanung oder der Dienstpostenwechsel – viel hängt für Soldaten von den Heimatphasen ab. Doch Auftragserfüllung hat Priorität und so ergibt es sich, dass sich in Abhängigkeit von einigen anderen Faktoren, wie der Verfügbarkeit anderer Schiffe, Mandatierung der bestehenden und zukünftigen Einsätze, sowie dem eigenen technischen Klarstand, für die Fregatte SCHLESWIG-HOLSTEIN eine weitere Seefahrt zu Beginn des nächsten Jahres ankündigt – klare Aussagen hierüber: nicht abzusehen, aber zu erwarten. Wie aber kompensiert man diese vermeintlichen Negativaspekte des Arbeitgebers Marine? Dazu muss man sich mit den Faktoren auseinandersetzen, die aktuellen Studien zufolge den größten Einfluss auf Berufszufriedenheit haben. Überraschenderweise sind diese nicht völlig kongruent zu denjenigen Aspekten, die in der Agenda Attraktivität angegangen werden. Orientierte man sich an dieser, so könnte man meinen, das wichtigste für Arbeitnehmer sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine angenehme Work-Life-Balance. Betrachtet man objektive Erhebungen über alle Berufsfelder hinweg, so haben diese Punkte jedoch keine besonders ausschlaggebende Priorität, sondern schlagen nur bei rund einem Drittel der Befragten als Auswahlkriterium für einen Arbeitgeber zu Buche. Viel wichtiger sind leistungsgerechte Bezahlung, Sicherheit des Arbeitsplatzes, abwechslungsreiche Tätigkeiten, Weiterbildungsangebote und Altersvorsorge – alles Punkte also, in denen die Bundeswehr sich seit jeher nicht hinter konventionellen Arbeitgebern verstecken muss – im Gegenteil. Und die wenigsten Soldaten sind in die Streitkräfte eingetreten mit dem Anspruch, einen konventionellen Arbeitsplatz zu haben – am allerwenigsten innerhalb der Marine. Die See als Arbeitsplatz, die gelebte Kameradschaft, die vielfältigen Aufgaben – das sind die Attraktivitätsadditive zu den allgemeinen Attributen einer Anstellung im öffentlichen Dienst. Diese Alleinstellungsmerkmale sind die Pullfaktoren der Personalpolitik der Marine und Pfunde, mit denen es zu wuchern gilt. Auch in der Abgrenzung von den anderen beiden Teilstreitkräften, die sich durch ihre ganz individuelle Auftragslage, ihre überregionale Präsenz und ihre einer breiteren Masse bekannten Identität von der Marine unterscheiden, muss diese einen differenzierten und ehrlichen Auftritt schaffen, der zeigt, dass Marine nicht Mainstream ist, sondern etwas besonderes. Und dass nicht jeder zur Marine passt – und dass das auch nicht der Anspruch ist. Der Anspruch muss sein, das Wesen der Seefahrt zu erhalten. Umso tragischer, dass ausgerechnet ein Pfeiler der maritimen Tradition, die Kameradschaft durch das gemeinsame Leben an Bord, durch ein Gesetz gefährdet wird, dass den Soldaten von Vorteil sein soll. Die neue Arbeitszeitrichtlinie bedingt den Wegfall der militärischen Wachpflicht durch die seegehenden Einheiten und somit auch den Auszug der Soldaten aus „ihren“ Schiffen. Die Messen, die sich bis dato als Wohnzimmer, Versammlungsort und Gemeinschaftsraum etabliert hatten, werden leer sein – weil sie leer sein müssen. Gelebte Kameradschaft nur während der Dienstzeit – man kann nur hoffen, dass der Plan aufgeht, sowohl in Hinsicht auf die zu leistende Arbeit, als auch in Hinblick auf den notwendigen Zusammenhalt einer Besatzung, ohne den die Seefahrt nicht vorstellbar ist. Und auch in Hinblick auf das allgemeine Stimmungsbild in der Marine, das, wie oben bereits festgehalten, seinen direkten Weg in die Gesellschaft finden wird. Und das wird voraussichtlich vor allem geprägt werden, von Soldaten, die darüber berichten, dass sie für die gleichen Entbehrungen wie vor dem neuen Gesetz, nicht nur weniger Kameradschaft erfahren, sondern auch wirtschaftlich schlechter gestellt sind als zuvor. Denn die Umstände, unter denen sie dienen, bleiben für Marinesoldaten meistens die gleichen. Die Dienstorte sind, der Verfügbarkeit von Häfen geschuldet, vorrangig an der Küste zu finden und somit nicht für alle eine heimatnahe Verwendung. Das heißt: Man ist so oder so gezwungen, die Woche an seinem Arbeitsort zu verbringen – nun aber nicht mehr an seinem Arbeitsplatz sondern in einer eigens anzumietenden Wohnung und ohne die Zuverdienstmöglichkeit von Dienstzeitausgleichsbezügen. Diese Perspektive als attraktiv zu verkaufen, insbesondere in Dienstgradgruppen, in denen aufgrund der eher geringen Stehzeiten auf dem Dienstposten ein Umzug der ganzen Familie nicht angebracht ist – das wird eine Aufgabe, die die direkten Vorgesetzte zu bewältigen haben. Deren Erfolg in der Vermarktung der positiven Effekte einer reduzierten Arbeitszeitbelastung wird unmittelbaren Einfluss auf das öffentliche Bild der Marine haben – sind es doch die Soldaten, die jenes nach außen hin vermitteln.

Mit der Identifikation des Spannungsfeldes zwischen Auftragserfüllung und Attraktivität ist es also nicht getan, wenn man sich zeitgleich mit nachhaltiger Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchsgewinnung auseinandersetzen möchte. Viel mehr muss sich besonnen werden, auf die Einzigartigkeiten und die Bedeutung der Marine, die im derzeitigen geopolitischen Geschehen nicht zu unterschätzen ist.

Intrinsisch motivierte Testimonials von Soldaten sind hierbei genauso wichtig, wie die schon laufenden Werbespots, die die maritime Abhängigkeit Deutschlands wieder ins kollektive Bewusstsein rücken – was fehlt ist also die emotionale Komponente. Seefahrerromantik und maritime Besonderheiten ziehen wie eingangs beschrieben die Menschen an – nutzen wir diese in Zusammenhang mit dem Sendungsbewusstsein der eigenen Soldaten, so wird es gelingen, wovon Antoine du Saint-Exupery in seinem Buch „Die Stadt in der Wüste“ spricht: „Wenn ich meinen Leuten die Liebe zur Seefahrt mitteile, und so ein jeder den Drang dazu in sich verspürt, weil ihn ein Gewicht im Herzen zum Meere zieht, so wirst du bald sehen, wie sie sich verschiedene Tätigkeiten suchen, die ihren tausend besonderen Eigenschaften entsprechen. Der eine wird Segel weben, der andere im Walde den Baum mit dem Blitzstrahl seiner Axt fällen. Wieder ein anderer wird Nägel schmieden, und irgendwo wird es Männer geben, die die Sterne beobachten, um das Steuern zu erlernen. Und doch werden sie alle eine Einheit bilden. Denn ein Schiff erschaffen, heißt nicht, die Segel hissen, die Nägel schmieden, die Sterne lesen, sondern die Freude am Meer wachrufen. (…) Ich brauche nicht jeden Nagel des Schiffes zu kennen. Ich muß aber den Menschen den Drang zum Meer vermitteln.“

Und wenn das zu einer verinnerlichten Maxime der Öffentlichkeitsarbeit geworden ist, dann wird auch aus dem ursprünglichen Spannungsfeld eine komplementäre Symbiose, die die Marine attraktiv macht – wegen und nicht trotz der vielfältigen Aufträge.

Ein Gedanke zu „Die Marine im Spannungsfeld zwischen Auftragserfüllung und Attraktivität – Ein Aufsatz von Kapitänleutnant Katharina Jens

  1. Danke, liebe Frau Jens, für diese treffende Analyse! Obwohl vieles von dem, was Sie schreiben, eigentlich selbstverständlich ist, war es gut, die Dinge beim Namen zu nennen. Schon immer hat die Marine ihre Menschen auf Grund von Empfehlungen aus dem Verwandten- und Freundeskreis gewonnen. Und diese Empfehlungen gibt es nur, wenn es bei der Truppe stimmt. Das heißt, dass Auftrag und Mittel in einem vernünftigen Verhältnis stehen, dass die Ausrüstung modern, funktionsfähig und komplett ist. Ersatzteile und Munition müssen ebenso vorhanden sein wie Betriebsmittel und Zeit für Ausbildung und Übungen. Wer einen solchen Arbeitsplatz anbietet, ist als Arbeitgeber attraktiv.

    Eine so ausgestattete Besatzung ist motiviert und leistungswillig. Junge Menschen wollen etwas leisten und können es auch. Sie wollen nicht in die Freizeit geschickt werden, wenn wichtige Dinge liegenbleiben, und sie wollen die Chance haben, durch Mehrarbeit mehr zu verdienen. Das ist ein ganz einfaches Leistungsprinzip, das wir sonst in unserer Gesellschaft vertreten, und für das angeblich doch im Öffentlichen Dienst Nachholbedarf besteht. Damit ist nicht zu vereinbaren, dass junge Soldaten in ihrem Engagement durch Vorschriften gebremst werden, die sich ministerielle Workaholics – doppelt so alt und mit doppelt so vielen Arbeitsstunden in der Woche – zum vermeintlichen Schutz ausdenken.

    Das heißt nicht, dass man mit der Arbeitszeit der Soldaten so aasen soll und darf, wie das in der Vegangenheit nach dem Motto „Dienst ist, bis die Arbeit getan ist“ häufig geschehen ist. Alle Vorgesetzten sind gehalten, mit dem ihnen anvertrauten Personal und dessen Zeit sorgfältig umzugehen. Wenn es hier Fortschritte gibt, hat die Sache ein Gutes.

    Auf einen positiven Nebeneffekt kann man auch beim Auszug der Besatzungen von Bord hoffen. Nach anfänglichem Ärger dürfte der Einen oder dem Anderen klar werden, dass das Leben in der Stadt gegenüber der Blechbüchse auch ein paar charmante Seiten hat. Das Leben inmitten der zivilen Bevölkerung dürfte zudem dazu beitragen, die Marine noch besser in ihren Garnisonen zu verankern.

    In jedem Fall bewahre ich mir einen gesunden Optimismus, solange es in der Marine junge Offiziere gibt, die die Dinge so klar auf den Punkt bringen können wie Sie, Frau Jens! „Weiter so“
    wünscht sich
    der Segler

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