Deutsche Marine – zwischen Qualität und Quantität

 Flotte schrumpft auf historischen Tiefstand

Kurz vor dem Jahreswechsel ist die Deutsche Marine um weitere fünf Einheiten geschrumpft. In der vergangenen Woche wurden zwei Tanker, zwei Schnellboote und ein Minensuchboot außer Dienst gestellt. Damit verringert sich die Zahl der schwimmenden Einheiten der Deutschen Marine auf 62 – ein neuer Tiefstand in der Geschichte der Marine. – Kieler Nachrichten 21.12.2015

So berichten die Kieler Nachrichten über die geplante Ausserdienststellung der genannten Einheiten, deren Ersatz zwar bereits geplant, aber nicht unbedingt schon am Horizont sichtbar ist. Im November unterrichtete Generalinspekteur General Volker Wieker das Parlament in seinem „Bericht zur materiellen Einsatzbereitschaft der Hauptwaffensysteme der Bundeswehr“ über die aktuelle Verfügbarkeit der Waffensysteme der Bundeswehr.

Grund genug für uns der Frage nachzugehen, ob die Deutsche Marine angesichts der gesteigerten Nachfrage (Syrien) bei gleichbleibender Grundbelastung (bestehende Verpflichtungen durch NATO, etc.) die angestrebte Balance zwischen Qualität und Quantität zu halten vermag.

Hier nun der Marine-relevante Auszug aus dem Bericht des Generalinspekteurs an den Bundestag im November 2015:

Waffensysteme der Marine

Die Systematik, der der Betrieb der Flotte unterliegt und aus der sich die Einsatzbereitschaft der Systeme der Marine ergibt, stellt sich wie folgt dar: Die Einheiten durchlaufen einen regelmäßigen Zyklus aus Ausbildung, Einsatz und Instandsetzung.

Ein wesentlicher Baustein des Erfolges ist die Minimierung und Synchronisation der Werftliegezeiten. Hierbei ist die Marine entscheidend auf das Zusammenspiel mit der Werftindustrie angewiesen. Die Marine hat daher in den letzten Monaten intensive Anstrengungen unternommen, um die Instandsetzungsphasen planbarer zu gestalten. Unterstützend werden im Rahmen der Agenda Rüstung Gespräche über den BDSV mit Industrievertretern der Werftindustrie geführt, um unter anderem gezielt die Verfahrensabläufe in Vorbereitung von Werftaufenthalten zu optimieren.

Im letzten Jahr hat die Marine alle gegebenen Aufträge erfüllen können. Der erkannte erforderliche Handlungsbedarf im Bereich der fliegenden Waffensysteme wurde mit Hilfe der Task Forces angegangen. Ein besonderes Augenmerk der Marine liegt auf der Beseitigung von Obsoleszenzen. Die laufenden Modernisierungen auf allen Fähigkeitsträgern werden langfristig dazu beitragen, eine höhere Einsatzverfügbarkeit der Marine zu erreichen. Die materielle Einsatzbereitschaft der fliegenden Systeme ist grundsätzlich zur Erfüllung der Dauereinsatzaufgaben (SAR mit SEA KING), für Ausbildung und Fähigkeitserhalt sowie temporäre Einschiffungen im Einsatz ausreichend.

Zusammenfassend wird festgestellt, dass sich die materielle Einsatzbereitschaft der Marine, speziell im Bereich der schwimmenden Waffensysteme, weiterhin auf einem hohen Niveau befindet. Die materielle Lage der Marine hat es ermöglicht, alle Aufträge und Beiträge zu internationalen Verpflichtungen zu erfüllen.

Fregatten Klasse 122/123/124

MatLage Fregatten Klasse 122/123/124, November 2015.

MatLage Fregatten Klasse 122/123/124, November 2015. Quelle: BMVg.

Die Bundeswehr hat derzeit 15 Fregatten im Gesamtbestand (inkl. Erprobung, Depot oder Werft). Darin enthalten sind allerdings 5 Fregatten, die bereits außer Dienst gestellt wurden und über deren Verwertung noch nicht entschieden wurde. Durch die Marine können diese Schiffe nicht mehr genutzt werden.

Von den zehn aktiven Fregatten entfallen drei auf die Klasse F124, vier auf die Klasse F123 und drei auf die Klasse F122. Die Fregatten F124 werden primär in der Luftverteidigungsrolle inkl. Befähigung zur Verbandsflugabwehr eingesetzt, während die beiden anderen Klassen ihre Schwerpunktaufgabe in der Uboot-Jagd haben. Alle Fregatten leisten einen Beitrag zur dreidimensionalen Seekriegsführung auf, über und unter Wasser. Sie sind für die Aufnahme von bis zu zwei Bordhubschraubern ausgerüstet.

Die materielle Verfügbarkeit der Einheiten in den letzten Monaten wird als gut bewertet. Von den zehn Fregatten stehen derzeit sieben Einheiten zur Verfügung. Diese sind entweder im Einsatz, in der Einsatzvor- oder nachbereitung oder in einsatzgleichen Verpflichtungen gebunden oder befinden sich in der Vorbereitung auf eine Werftzeit. Die Umsetzung der langfristigen Projekte zum Erhalt der Einsatzreife für die Fregatten F 123 (Fähigkeitsanpassung Führungsmittel- und Waffeneinsatzsystem) und F 124 (Hardwareregeneration Combat Direction System) verläuft grundsätzlich derzeit nach Plan.

Einsatzgruppenversorger Klasse 702

MatLage Einsatzgruppenversorger Klasse 702, November 2015.

MatLage Einsatzgruppenversorger Klasse 702, November 2015. Quelle: BMVg.

Im Gesamtbestand der Bundeswehr befinden sich derzeit 3 Einsatzgruppenversorger Klasse 702 (EGV). Die EGV besitzen die besondere Befähigung zur Unterstützung von maritimen Einsatzgruppen mit Betriebsstoffen, Proviant, Verbrauchsgütern und Munition. Sie können für Transport- und Rettungsaufgaben bis zu zwei Bordhubschrauber SEA KING MK 41 einschiffen. Das Marineeinsatzrettungszentrum (MERZ) sichert eine seegestützte sanitätsdienstliche Unterstützung ROLE 2.

Ein MERZ steht derzeit aufgrund eines Brandes in einer zivilen Instandsetzungseinrichtung nicht zur Verfügung. Die Untersuchungen zur Wiedererlangung der Fähigkeit sind eingeleitet – Ergebnisse hierzu werden Ende 2015 erwartet. Der temporäre Teilverlust dieser Fähigkeit hat aber bisher keinen Einfluss auf die Bereitstellung der sanitätsdienstlichen Unterstützung für Einsatzverpflichtungen. Die materielle Verfügbarkeit bei den der Marine zur Verfügung stehenden drei EGV Klasse 702 hat sich seit Januar 2015 kontinuierlich von 1 auf 3 verbessert und ist somit zurzeit als sehr gut zu bewerten. Aufgrund der geringen Stückzahl zeigt die Kurve somit einen positiven aber eben sprunghaften Verlauf.

Alle drei EGV befinden sich derzeit materiell im einsatzbereiten Zustand und werden entweder eingesetzt oder bereiten sich für den Einsatz ab Januar 2016 vor.

Bordhubschrauber SEA KING MK 41

MatLage Bordhubschrauber SEA KING MK 41, November 2015.

MatLage Bordhubschrauber SEA KING MK 41, November 2015. Quelle: BMVg.

Das WaSys SEA KING MK 41 wird sowohl als SAR Mittel 1. Grades von Land aus eingesetzt als auch für operative Einsätze auf den Einsatzgruppenversorgern eingeschifft. Derzeit beträgt der Gesamtbestand der Bundeswehr 21 SEA KING MK 41.

Die durchschnittlich im letzten Jahr erreichte materielle Einsatzbereitschaft liegt unterhalb des erforderlichen operativen Minimalbedarfes von sechs materiell einsatzbereiten Luftfahrzeugen für Einsatz und Ausbildung. Bedingt durch eine sehr lange Nutzungsdauer (Indiensthaltung) war dieser Klarstand nur mit großem Aufwand unter anderem aufgrund der geringen Verfügbarkeit von Ersatzteilen zu halten.

Aus der Rahmenvereinbarung zwischen BMVI und BMVg resultiert die Verpflichtung zum International Civil Aviation Organization (ICAO) SAR-Dienst. Darüber hinaus leistet die Marine mit diesem System militärischen SAR Dienst See. Beide Verpflichtungen konnten mit den materiell einsatzbereiten Luftfahrzeugen erfüllt werden. Darüber hinausgehende Aufgaben, wie zum Beispiel operative Einschiffungen an Bord EGV oder Unterstützungsaufgaben der Spezialkräfte der Bundeswehr, waren in Einzelfällen bei Übungen durchführbar. Priorität haben zunächst alle Maßnahmen, mit denen es gelingt, Fähigkeitslücken und Kompetenzverlust zu vermeiden und den erforderlichen Weiterbetrieb SEA KING bis 2023 zu gewährleisten.

Korvette 130

MatLage Korvette 130, November 2015.

MatLage Korvette 130, November 2015. Quelle: BMVg.

Der Gesamtbestand beläuft sich derzeit auf 5 Systeme. Diese fünf Korvetten K130 sind zur Überwasserkriegführung in Randmeeren und Küstengewässern befähigt. Der Flugkörper RBS 15 MK 3 befähigt die Einheiten auch zur weitreichenden Bekämpfung von Zielen an Land im Rahmen von streitkräftegemeinsamen Operationen. Der materielle Klarstand der Korvetten hat sich im Berichtszeitraum positiv entwickelt.

Es standen durchschnittlich drei bis vier Einheiten materiell einsatzbereit zur Verfügung. Die Zielvorgaben zur durchhaltefähigen Besetzung eines Einsatzes (UNIFIL), inklusive der erforderlichen Einsatzvor- und -nachbereitungen, können damit aus materieller Sicht erfüllt werden. Die derzeit überdurchschnittliche Verfügbarkeit erlaubt es zudem, die Korvetten intensiv und flexibel einzusetzen (Einsatzzeit Plattform ca. 12 Monate mit Besatzungsrotation). Zusätzlich zu einem laufenden Einsatz kann deshalb eine weitere, zeitlich begrenzte Einzelabstellung einer Einheit ermöglicht werden.

U-Boot Klasse 212A

MatLage U-Boot Klasse 212A, November 2015.

MatLage U-Boot Klasse 212A, November 2015. Quelle: BMVg.

Der Gesamtbestand der Bundeswehr beläuft sich derzeit auf 5 Systeme. Die Marine verfügt derzeit über vier U-Boote der Klasse 212A des 1. und über ein Boot des 2. Loses. Die Boote sind besonders zur Seezielbekämpfung, U-Boot-Jagd und zur verdeckten Aufklärung befähigt. Das Boot des 2. Loses ist zusätzlich für den Einsatz von Spezialkräften sowie das Zusammenwirken im Verbund mit Überwasser- und Seeluftstreitkräften weiterentwickelt und verbessert worden.

Der durchschnittliche Verfügungsbestand ergibt sich derzeit durch die im Vergleich zu den Überwassereinheiten zeitintensiven Instandsetzungsphasen sowie die laufenden Übernahme- bzw. Erprobungsphasen. Die materielle Einsatzbereitschaft wird als ausreichend bewertet. Die kontinuierliche Bereitstellung eines Ubootes für die NATO RESPONSE FORCE kann sichergestellt werden.

 Minenabwehreinheiten Klasse 332/333/352

MatLage Minenabwehreinheiten Klasse 332/333/352, November 2015.

MatLage Minenabwehreinheiten Klasse 332/333/352, November 2015. Quelle: BMVg.

Die Bundeswehr verfügt derzeit über einen Gesamtbestand von 20 Minenabwehreinheiten. Darin enthalten sind 5 Boote, die bereits außer Dienst gestellt wurden und über deren Verwertung noch nicht entschieden wurde. Durch die Marine können diese Boote nicht mehr genutzt werden. Von den 15 aktiven Minenabwehreinheiten entfallen zehn Minenabwehreinheiten auf die Klasse 332, von denen zwei über eine spezielle Ausrüstung als Minentauchereinsatzboot verfügen. Hinzu kommen drei Einheiten der Klasse 352 sowie zwei nicht mehr operativ nutzbare Einheiten der Klasse 333.

Bei den Hohlstablenkbooten 352 erfolgt das Minenräumen durch den Einsatz von unbemannten ferngelenkten Drohnen (Simulationsräumen), bei den Minenjagdbooten 332 derzeit noch mittels Ortung durch eine integrierte Sonaranlage und die Bekämpfung mit einer Unterwasserdrohne oder durch Minentaucher. Der Verfügungsbestand beträgt derzeit 12 Minenabwehreinheiten. Die 11 einsatzbereiten Einheiten sind größtenteils entweder in einsatzgleichen Verpflichtungen gebunden bzw. bereiten sich auf die Übernahme der Aufgaben in 2016 vor oder befinden sich in der Einsatznachbereitung. Der Stand der Einsatzbereitschaft ist gut.

Im zurückliegenden Jahr war die Marine in der Lage, alle an die Minenabwehreinheiten gestellten Einsatzaufträge und auch Vorhaben der internationalen Kooperation (mit Schwerpunkt im Ostseebereich) zu erfüllen.

Flottendienstboot Klasse 432

MatLage Flottendienstboot Klasse 432, November 2015.

MatLage Flottendienstboot Klasse 432, November 2015. Quelle: BMVg.

Der Gesamtbestand der Bundeswehr beläuft sich derzeit auf 3 Systeme. Die Flottendienstboote der Klasse 423 sind maritime Aufklärungseinheiten mit einer besonderen Fähigkeitsausstattung zur Fernmelde- und Signalaufklärung. Kennzeichnend für diese Klasse sind eine hohe Reichweite, Seefestigkeit und eine lange Seeausdauer, die sie auch für einen Einsatz außerhalb der Nord- und Ostsee befähigen.

Aufgrund ihrer Rolle als strategisches Aufklärungsmittel sind Betrieb und Einsatzplanung in unterschiedlichen Bereichen abgebildet. Im Rahmen eines TSK übergreifenden Ansatzes liegt nur der Betrieb der Plattform im Verantwortungsbereich der Marine. Der Aufklärungseinsatz erfolgt durch die Streitkräftebasis, wobei das Personal für die auftragsspezifisch einzuschiffenden Bordeinsatzteams durch das Kommando Strategische Aufklärung (KSA) gestellt wird.

Mit einem durchschnittlichen Verfügungsbestand von ein bis zwei Einheiten konnten und können die Zielvorgaben zur durchgehenden und durchhaltefähigen Gestellung einer Einheit für Einsatzaufgaben materiell uneingeschränkt erfüllt werden.

 Seefernaufklärer P-3C ORION

MatLage Seefernaufklärer P-3C Orion, November 2015.

MatLage Seefernaufklärer P-3C Orion, November 2015. Quelle: BMVg.

Der Gesamtbestand der Bundeswehr beläuft sich derzeit auf 8 Systeme. Die Differenz zum Verfügungsbestand erklärt sich durch in Retrofit-Maßnahmen befindliche Systeme. Die Seefernaufklärer P-3C ORION ergänzen die seegehenden Fähigkeiten der Marine durch ein vielschichtiges, mit einem außerordentlichen Fähigkeitsspektrum ausgestattetes luftgestütztes Waffensystem.

Neben seinen Hauptaufgaben zur Aufklärung über See und zur U-Boot-Jagd ist das Luftfahrzeug aufgrund seiner vielseitigen Sensor- und Kommunikationsmittel-Ausstattung auch streitkräftegemeinsam an der Schnittstelle See/Land sowie über Land einsetzbar und bietet auch eine Teilfähigkeit zur direkten Unterstützung von Land- und Spezialkräften.

Die Anzahl einsatzbereiter Systeme konnte sich über die letzten Monate bei durchschnittlich drei Luftfahrzeugen stabilisieren. Somit können sowohl die laufenden Einsatzverpflichtungen im Rahmen der EU NAVFOR Operation ATALANTA (6 Monate Gesamteinsatzzeit während der Zwischenmonsunphasen) als auch die erforderlichen Maßnahmen zum Fähigkeitserhalt erfüllt werden.

Darüber hinaus nehmen P-3C ORION regelmäßig (im Durchschnitt mit einer Mission pro Woche) im Rahmen des NATO READINESS ACTION PLAN (RAP) an ASSURANCE Missionen im Ostseebereich teil. Ihre Leistungsfähigkeit konnten sie auch in zahlreichen Manövern hoher Intensität – zuletzt TRIDENT JUNCTURE – demonstrieren.

 Bordhubschrauber SEA LYNX MK 88A

MatLage SEA LYNX MK 88A, November 2015.

MatLage SEA LYNX MK 88A, November 2015. Quelle: BMVg.

Der Gesamtbestand der Bundeswehr beläuft sich derzeit auf 22 Systeme. Das Waffensystem SEA LYNX MK 88A wird als Bordhubschrauber auf den Fregatten eingesetzt. Als mehrrollenfähiger Multifunktionshubschrauber kann er abhängig von der jeweiligen spezifischen Missionsausrüstung als Sensor für die Über- und Unterwasserlagebilderstellung, als Waffenträger (mit Torpedo oder Schwerem MG) sowie als seegestützte logistische Unterstützungseinheit für Transport und SAR Aufgaben zum Einsatz kommen.

Die Einsatzbereitschaft des Waffensystems hat sich auf einem Niveau von durchschnittlich vier einsatzbereiten Maschinen eingependelt. Dieser Wert liegt deutlich unterhalb des derzeit erforderlichen operativen Minimalbedarfes von mindestens sechs materiell einsatzbereiten Luftfahrzeugen für Einsatz und Ausbildung.

Trotz der Riss-Problematik am Heckausleger ist es gelungen, im Berichtszeitraum zwei operative Einschiffungen zu realisieren. Die restlichen Flugstunden wurden für die Regenerationsausbildung genutzt.

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Den gesamten Bericht zur Einsatzbereitschaft der Bundeswehr kann man mit gemischten Gefühlen lesen: Viele Waffensysteme weisen einen Klarstand auf, der mindestens akzeptabel oder besser ist. Bei einigen Systemen kann man die Lage fast schon als desolat bezeichnen – auffällig ist, dass es vor allem Defizite beim fliegenden Gerät gibt, egal von welcher Teilstreitkraft dieses genutzt wird. Dies sieht bei der Marine ganz ähnlich aus.

Die gemeldete Zahl von 62 schwimmenden Einheiten als neuer Tiefstand in der Geschichte der Marine sollte keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Die Deutsche Marine hat bereits jetzt einige neue Schiffe (F125, MKS180) aktuell oder bald im Zulauf, bzw. plant neue Systeme (Marinebetriebsstofftransporter MBT, Joint Support Ships). Fakt ist auch, dass bei allen bekannten Problemen die Beschaffung neuer Schiffe sich nie so desaströs entwickelt hat wie sich die Zeit- & Kostenlage etwa beim A400M und Eurofighter darstellt. Andererseits sagt die Materiallage nichts über Ausbildungsstand und Verfügbarkeit der Besatzungen aus – was nützt einem die einsatzbereite Fregatte wenn die Besatzung es nicht ist?

Wir finden, dass die Deutsche Marine bei allen bekannten Problemen keinen schlechten Eindruck hinterlässt. Was sagt die Community?

7 Gedanken zu „Deutsche Marine – zwischen Qualität und Quantität

    • Darf man fragen, auf was sich diese harsche Kritrik bezieht, auf den kursiv gesetzten Berichtstext des BMVg oder auf den Blogbeitrag insgesamt?

      Gruß
      vom Segler

    • Zur besseren Verständlichkeit haben wir den Auszug aus dem Bericht des Generalinspekteurs nochmal explizit vorgestellt; die Grafiken sind ebenfalls direkt aus dem BMVg-Bericht übernommen und entsprechend gekennzeichnet.

  1. Gibt es Insider, die eine eigene Meinung zu diesem Bericht haben? Solche offiziellen Verlautbarungen neigen ja häufig dazu, die Dinge schön zu schreiben. Ich vermute, dass das Schwenns heftiger Reaktion geführt hat. Gespannt auf weitere Stellungnahmen
    wartet

    der Segler

  2. Ein Bericht, der in seinen Aussagen zur Veröffentlichung vor Weihnachten geeignet ist. Oder wie soll man den Schlußabsatz verstehen, dass neue Schiffe aktuell oder bald im Zulauf sind? Hier ist das Wunschdenken erkennbar. Das MKS 180 befindet sich in der EU weiten Ausschreibung. Was bedeutet hier bald?
    Die F125 hat ihre nächsten Farbprobleme. Antrieb und neue Software werden spätestens bei Aufnahme Erprobungsfahrbetrieb hinzukommen. Was bedeutet hier alsoaktuell?
    In 2016 werden die aktiven Fregatten weiter „abgefahren“ , ohne dass neue Schiffe hinzukommen. Mittelmeer läßt grüßen. Über Hubschrauber und MPA wollen wir gar nicht erst anfangen.
    In meiner eigenen aktiven Zeit gab es mal einen Zustandsbericht, in dem die Flotte noch gerade hinlänglich ausreichend betrieben werden konnte.
    Schönfärberei gab es immer; Klartext nur an Bord durch die Besatzungen.

  3. Die Aussage, dass der „operative Minimalbedarf“ bei den Bordhubschraubern SEALYNX Mk 88A nur 6 einsatzklare Hubschrauber beträgt, ist nicht nachvollziehbar. Wenn der Klarstand bei den Fregatten 7 von 10 beträgt, wären alleine für deren wirkliche Einsetzbarkeit 14 BHS erforderlich, da eine Fregatte ohne BHS in der heutigen Zeit nur sehr eingeschränkt (z.B. für Seenotrettung im Mittelmeer) eingesetzt werden kann. Darüber hinaus besteht ein Bedarf an einsatzklaren BHS zur Regenerationsschulung und für die taktische Aus- und Weiterbildung beim Marinefliegergeschwader 5 in Nordholz. Insgesamt wurde das Waffensystem mal für einen jährlichen Bedarf von ca. 6500 Flugstunden beschafft. Mit den in den letzten Jahren erreichten Zahlen kann die Flotte ihren Bedarf auch nicht ansatzweise decken. Es ist erstaunlich, dass immer wieder viel Geld für Neubeschaffungen ausgegeben wird, obwohl wir die vorhandenen Systeme nicht einsatzklar bekommen, was deutlich weniger Geld kosten würde.

  4. Jedes Land hat die Armee, die es im letzten Krieg gebraucht hätte. Unser letzter „Krieg“ war Afghanistan. Darauf ist das deutsche Heer ausgerichtet. Die Marine wurde seit dem Ende des kalten Krieges in jahrelangen Einsätzen (Sharp Guard, OAE, UNIFIL, ATALANTA, etc.) über das konzeptionell geforderte Mass hinaus „abgenutzt“. Trotzdem hat DEU is immer geschafft, auch unsere Verpflichtungen gegenüber den ständigen Einsatzverbänden der NATO aufrecht zu erhalten. Wir gehören sicherlich zum verlässlichsten Truppensteller in diesen 4 (!) Verbänden.
    in den vergangenen Jahrzehnten. Das Alles allerdings zu einem hohen Preis: Material und Personal sind „ermüdet“, eine operative Pause ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Es tun sich neue sicherheitspolitische Herausforderungen auf, die ZUSÄTZLICH Engagement fordern…
    Manchmal birgt Quantität auch eine Qualität in sich !

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