Der JadeWeserPort 2015 – ein Durchbruch?

Wilhelmshaven feiert das Jahr 2015 als Durchbruch für den JadeWeserPort. Man freut sich über 400.000 umgeschlagene Container. Vor wenigen Tagen erst war das Land Niedersachsen mit einer Machbarkeitsstudie für den weiteren Ausbau an die Öffentlichkeit getreten, und der Wirtschaftsminister sieht den Nordwesten mit Siemens-Offshore in Cuxhaven und dem JWP in Wilhelmshaven als Impulsgeber für das Land. Endlich geschafft also?
Aber, hatte man nicht im Sommer noch eine halbe Million Container für 2015 erwartet, und gab es da nicht vor einiger Zeit Interessenten, die sich in der Logistikzone ansiedeln wollten?

Tatsächlich wird der JadeWeserPort seit Herbst 2015 von zwei anderen Liniendiensten angelaufen als im ersten Teil des Jahres. Diese Umstellung trägt offensichtlich nicht dazu bei, die seit Jahresbeginn erfreulich gestiegenen Umschlagzahlen weiter in die Höhe zu treiben. Damit gibt es zunächst einmal für 2016 keine Tendenz nach oben.

Auch in der Logistikzone tut sich wenig. Da ist Nordfrost seit einiger Zeit als einziger Betrieb angesiedelt. Von einem angeblichen chinesischen Steinehändler hat man seit langem in der Öffentlichkeit nichts mehr gehört. Und die Gewerbeparks in der Umgebung warten ebenfalls bisher vergeblich auf JWP-Kundschaft.

Die Sache hat also mehrere Seiten. Natürlich muss ein neuer Hafen erstmal angenommen werden. Hinzu kam die Wirtschaftkrise, die nur langsam überwunden wird. Als weiterer Grund für den zögerlichen Anlauf wird gemeinhin das Warten auf eine Entscheidung über die Elbvertiefung angeführt. Wenn die gefallen sei, egal mit welchem Ergebnis, gebe es bei den Reedereien Handlungssicherheit. Optimisten glauben, dass Hamburg wieder nach Möglichkeiten der Kooperation suchen werde, wenn das nicht mehr seine Position vor Gericht beeinträchtigen könne.
Was immer geschieht, ist eines klar: der JadeWeserPort ist kein Selbstläufer. Ein erster wichtiger Fortschritt ist erreicht, weitere müssen folgen. Über die Vorteile des einzigen deutschen Tiefwasserhafens ist alles gesagt. Gewerbe- und Industrieflächen stehen in größerem Umfang bereit. Die Verkehsanbindung ist weit besser als ihr Ruf. Es ist richtig, wenn diese einfachen Nachrichten wieder und wieder ausgesandt werden. Trotz aller guten Zahlen gibt es jedenfalls keinen Anlass, die Hände in den Schoß zu legen. Der Durchbruch ist erst da, wenn die fehlenden acht Containerbrücken bestellt sind.

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