Sicherheit im Ostseeraum

Das britische Verteidigungsministerium hat unlängst im Auftrag der schwedischen Regierung eine interessante Studie zu den Herausforderungen an die Sicherheit im Ostseeraum veröffentlicht.

Das „Development, Concepts and Doctrine Centre“ des britischen Verteidigungsministeriums kommt, nach zahlreichen Interviews und Beiträgen von Experten ziviler und militärischer Bereiche der Ostseeanrainer zu dem Schluss, dass der Ostseeraum unverändert strategische Bedeutung für ganz Europa habe.

Der Ostseezugang ist einer der acht strategisch wichtigen Punkte für die Versorgung mit Öl. Gerade weil Russland vom weltweiten Energiemarkt abhängig sei, könnten sich negative Einflüsse auf den Energiemarkt durchaus destabilisierend auf die regionale Sicherheit auswirken.

Zwar sei eine Reaktion Russlands nicht mit dem russischen Handeln in der Ukraine vergleichbar oder zu erwarten, dennoch gebe es latente Unsicherheitsfaktoren, da davon ausgegangen werden kann, dass Russland langfristig keine Schwächung seiner Wirtschaft hinnehmen werde.

Darüber hinaus werde auch der Klimawandel und die damit verbundene, mögliche Migration, oder auch die Migration allgemein einen signifikanten Einfluss auf die Region haben können.

Kritisch blickt die Studie auf die unterschiedlichen bi- und multilateralen Bündnisse in der Region und deren Mitglieder oder auch Nichtmitglieder; sie bewertet das Zusammenwirken mitunter auch als schwierig an, weil es an gemeinsamen Zielen hapert.

Hier ist der Link zu der durchaus lesenswerten Studie.

5 Gedanken zu „Sicherheit im Ostseeraum

  1. Wieso ist die NATO die Lösung? Alle Ostseeanrainer außer RUS gehören der EU an. Auf der Grundlage der Maritimen Sicherheitsstrategie de EU könnten sich die Marinen dieser Staaten mit diesen Fragen beschäftigen. Die russische Marine hätte bei Krisen schon das Problem des ungehinderten Auslaufens aus St. Petersburg. Einfach mal die Kräfte vergleichen. Wäre ja auch mal als Planspiel an der FüAkBw denkbar.

  2. So ein Planspiel wäre sicher interessant. Ich glaube nur, dass uns die Ergebnisse nicht gefielen. Mit seinen Luftverteidigungssystemen S-300/400 und anderen weitreichenden Flugkörpern – immer eine russisch-sowjetische Stärke – dominiert Russland den See- und Luftweg ins Baltikum. Und wer soll den Seeweg aus St. Petersburg blockieren? Vielleicht fällt der EU dazu ja was ein, aber bei Collective Defence bleibt die NATO mit ihren etablierten Strukturen für mich die Nummer 1,

    glaubt ganz im alten Denken

    der Segler

    • Eine Betrachtung des Ostseeraumes geht nur mit SWE und FIN. Wie denken beide über Risiken? LT aus diesen Staaten könnten ihre nationale Sicht in ein Planspiel miteinbringen. Bei der Raketengefährdung schaut man auch auf deren Schwachstellen. Kann man sie mit elektronischen Maßnahmen in ihrer Wirkung reduzieren? Was wäre mit einem Sättigungsangriff mit Drohnen möglich? Bei Mineneinsatz sollte das Center of Excellence in Kiel seine bisherigen Überlegungen einbringen. Und das ganze Planspiel in einem Joint Ansatz.
      Es gilt nach wie vor der strategische Satz: getrennt marschieren, gemeinsam schlagen.
      Und schon vergessen: gegen WP und SU standen nur DK und D.

  3. Tja, im Ernstfall kommt Russland nicht raus und wir nicht rein (im Sinne von „an Kaliningrad vorbei“) ! Russland ist hier ebenso von einer „friedlichen Ostsee“ abhängig, wie es die baltischen (EU- und NATO-) Staaten sind. Das sind doch gute Voraussetzungen für eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur im Ostseeraum.

    • Wenn alle Beteiligten friedlich handeln, gibt es ohnehin keine Probleme. Anders wird es, wenn ein Spieler zu dem Schluss kommt, unfriedliches Verhalten verschaffe einen relativen Vorteil. Dem Entstehen eines solchen Urteils sollte man durch glaubhafte Abwehrbereitschaft vorbeugen, oder wie der Lateiner sagt „si vis pacem para bellum“,

      denkt sich

      der Segler

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