Neue US-Studie zum Unterwasserseekrieg in Nordeuropa – Ein Weckruf ohne deutschen Beitrag

Im Juli 2016 veröffentlichte das renommierte, von Admiral Arleigh Burke gegründete „Center for Strategic International Studies“ (CSIS) in Washington D.C. die Studie „Undersea Warfare in Northern Europe„. Herunterladen und Lektüre der knapp 50 seitigen Arbeit lohnen den Zeitaufwand. Der aufmerksame Leser erfährt in den Danksagungen, dass „Experten aus Finnland, Polen, Schweden, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten“ und ihre entsprechenden nationalen Institute maßgeblich zum Ergebnis beigetragen haben. Ein abschließender Dank ist dem Sponsor der Studie, „Saab North America“ gewidmet und das Autorenteam bringt seine tiefe Wertschätzung für Saabs Respekt vor der intellektuellen Unabhängigkeit [des Teams] zum Ausdruck.

Dieser Blogeintrag soll keine Rezension der Studie sein, sondern greift einige Aspekte mit Relevanz für die deutsche Fähigkeit zur Unterwasserseekriegsführung heraus und bringt sie in den Kontext der heutigen Deutschen Marine. Erkenntnisdefizite – so sie denn erkennbar werden – sind dem Abstand des im Ruhestand befindlichen Verfassers geschuldet. Eine Übersetzung des „Executive Summary“ bringt dem eiligen Leser das Wesentliche der Arbeit nahe:

„Russland erweitert seine Unterwassereinsätze als Teil einer breiteren Strategie der Nötigung (coercion) gegenüber seinen Nachbarn, der NATO und den Vereinigten Staaten. Russland hat eine lange Geschichte des Ausbaus seiner maritimen Fähigkeiten zum Zweck der strategischen Signalwirkung einschließlich der Anwendung gezielter Provokationen. Der Verdacht auf das Eindringen in Territorialgewässer in der Ostsee und provokante Unternehmungen im Nordatlantik haben bei der NATO und Partnernationen Alarm ausgelöst, zumal weil sie deutlich machten, in welchem Ausmaß die U-Jagdfähigkeiten der NATO und ihrer regionalen Partner seit dem Ende des Kalten Krieges zusammengeschrumpft sind.

Die Russische Marine und ihre U-Bootwaffe blieben von den ökonomischen und personellen Herausforderungen, vor die sich Russlands umfassende militärische Modernisierungsanstrengungen gestellt sahen, weitgehend verschont. Moskau hat bei der Entwicklung und der Aufrechterhaltung seiner U-Boot gestützten strategischen Abschreckung ein unerschütterliches Engagement bewiesen und hat beispielsweise in den Bereichen nicht-nuklearer U-Bootfähigkeiten, gewisser Überwasserseekriegsfähigkeiten und weitreichender Schiff-Schiff-Flugkörper gegen Trägerkampfgruppen Schwerpunkte gesetzt. Deshalb sind russische U-Boote im Allgemeinen als sehr fähige Plattformen einzuschätzen, wenn sie angemessen gewartet werden. In Nordeuropa wird mit der Nutzung russischer U-Boote zum Zweck der Signalisierung von Präsenz, Reichweite und Macht eine weit über den Ressourcenansatz hinausgehende Wirkung erzielt.

In großen Teilen des Nordatlantiks und in der Ostsee besitzen die NATO und ihre Partnernationen derzeit nicht die Mittel um der russischen Unterwasser-Herausforderung kurzfristig zu begegnen. Schuld daran sind nicht nur die abnehmenden Fähigkeiten, sondern genauso problematisch ist der Mangel an Integration zwischen den relevanten Verbündeten und Partnern. Wirksame U-Jagdfähigkeiten erfordern einen bündnisgemeinsamen Ansatz, der nationale und NATO-Plattformen, Sensoren und Personal integriert und koordiniert. Diese integrierten Fähigkeiten müssen von einer kohärenten Doktrin aus einem Guss untermauert und regelmäßig beübt werden um wirkliches Können sowohl auf nationaler als auch auf Allianzebene sicherzustellen.

Angesichts konkurrierender Prioritäten, klammer Verteidigungsetats und Schnittstellenproblemen im europäischen Verteidigungsbereich zwischen NATO-Mitgliedern und den wichtigen Partnerländern Schweden und Finnland braucht es organisatorische Reformen gepaart mit einem bündnisgemeinsamen Ansatz für Fähigkeitsentwicklung und Feinanpassungen, um den Wiederaufbau der amerikanischen und europäischen U-Jagdfähigkeit auf den Weg zu bringen. Um russischen Unterwasser-Aktivitäten entgegen zu treten gibt die Studie im abschließenden Kapitel 4 folgende Empfehlungen:

  1. Vorbereiten organisatorischer Strukturen: Ausschließlich auf NATO-Strukturen zurückzugreifen könnte sich im Sinne einer wirksamen Nutzung von Partnerfähigkeiten und -expertise als falsch erweisen. Mit der „Nordic Defense Cooperation“ (NORDEFCO) zusammen könnte die NATO eine Brückenfunktion bilden um Interoperabilität und das länderübergreifende (combined) Leistungsniveau voranzutreiben. Ein auf U-Jagd fokussiertes Center of Excellence könnte ebenfalls nützlich sein als Drehkreuz für Forschung, Planung, Doktrinentwicklung, für Erfahrungsverwertung (lessons learned) und für den Wiederaufbau und die Integration der Fähigkeiten zum Unterwasserseekrieg.
  2. Auf Stand bringen von Fähigkeiten: Um ein System zu entwickeln, das gegen neue und aufkommende Technologien wirksam ist, müssen die NATO und ihre Partner einen Multi-Domänen-, Multi-Plattform- und maritimen Überwachungskomplex aufbauen, idealerweise in einem bündnisgemeinsamen Konstrukt, der Zuladungen (payloads) gegenüber Plattformen priorisiert. Die spezifischen Empfehlungen dieser Studie bringen verschiedene Sensoren und Angriffs(strike)-Fähigkeiten zusammen, die auf kleine und große, bemannte und unbemannte, raumgestützte, fliegende, Überwasser- und Unterwasserplattformen gestützt sind.
  3. Verbessern der Gesamtaufstellung (posture): Die NATO kann ihre U-Jagd-Gesamtaufstellung optimieren um sicherzustellen, dass die richtigen Fähigkeiten zur richtigen Zeit am richtigen Ort zum Tragen kommen, wenn sie die „Kevlavik Naval Air Station“ in Island wiedereröffnet und Norwegen ermutigt, dasselbe mit der „Submarine Support Facility“ in Olavsvern zu tun.

Organisationen, Beziehungen, Nachrichtenwesen (intelligence) und Fähigkeiten, die einst das robuste U-Jagd-Netzwerk in Nordatlantik und Ostsee ausmachten, existieren nicht mehr. Es bedeutet einen kritischen Schritt in einem bündnisgemeinsamen Ansatz der Herausforderung zu begegnen, die Russland im 21. Jahrhundert mit seinen Unterwasserkräften in dieser Region darstellt, und so die russische maritime Nötigung (coercion) gegen die Vereinigten Staaten, die NATO und europäische Schlüsselpartner zu verhindern.“

In Kapitel 3 „Meeting the Russsian Challenge“ untersucht die Studie bezüglich der NATO und ihren Partnern die strategischen Prioritäten, geht dezidiert auf die Fähigkeiten der Länder (DAN, FRA, FIN, DEU, NDL, NOR, POL, SWE, GBR, USA) ein und zeigt anhand von Tabellen die geschrumpften Potenziale der einzelnen Marinen auf. Über das als für Europa repräsentativ bezeichnete Deutschland heißt es:

„The German Navy is representative of the ASW capabilities resident in several relevant European nations. For the past fifteen years, NATO has emphasized its operations in Afghanistan. In response, the German Navy moved away from investing in capabilities needed for territorial defense. Therefore, the latest class of German surface combatant, the F125-class, has little to no ASW capabilities.

This surface fleet shortfall is partially offset by the excellence of the German submarine fleet. The Type 212 submarines, the product of a joint development program with Italy, are some of the most advanced air independent propulsion (AIP) submarines in the world. Their exceptional stealth, long submerged endurance, and small size makes them ideal for shallow water and littoral operations. While they would seemingly excel in Baltic Sea operations, it is unclear to what extent the German submarine force operates in these waters.

Notably, however, these vessels have no land attack capability. In fact, the German Navy does not possess any form of long-range land attack weapon for either surface or subsurface vessels. There are understandable political sensitivities around the acquisition of such capabilities by the German Navy. However, given the current security environment in Europe and beyond, a limited investment into these systems may be prudent.“

Das deutsche U212A wird zwar als eines der „most advanced AIP submarines in the world“ gebührend gewürdigt, dennoch erhält im Passus über Schweden das im Bau befindliche A26 die für das Anliegen der Studie wichtigeren (Vorschuss)-Lorbeeren wenn es heißt: „The new A26 vessels will be a step change in terms of multi-mission capability…The A26 will also use Stirling engines vice fuel cells, eliminate the day’s long fueling process, and boast a flexible payload capacity…“ Damit wird das deutsche Alleinstellungsmerkmal „Brennstoffzellen-AIP“ gegenüber der schwedischen Stirling-Lösung als nachteilig etikettiert und unterschlagen, dass die Brennstoffzelle eine unübertroffen günstige akustische Signatur, einen mehrfach höheren Wirkungsgrad und weitaus geringeren Platzbedarf aufweist.

Dennoch hat sich die Studie nach Meinung dieses Verfassers mit Kritik an deutschen Defiziten zurückgehalten und z.B. die Bordhubschrauber-Misere ausgespart. Richtig mutmaßt sie, dass U212A „would seemingly excel in the Baltic Sea operations„, bleibt jedoch vage mit der Feststellung dass „it is unclear to what extent the German submarine force operates in these waters„. Unerwähnt bleibt vermutlich aus Taktgefühl die Tatsache, dass diese einstige Spielwiese der deutschen U-Bootwaffe aus Gründen des beklagenswerten personellen und materiellen Klarstands der von ehemals 24 auf 6 Einheiten reduzierten Streitmacht wohl tatsächlich verwaist bleiben muss. Dass U212A als Hochwert-Unterwasserplattform auf die Rolle des reinen Torpedoträgers reduziert wurde und nicht über eine „flexible payload capacity„, vor allem nicht über Flugkörper und schon gar nicht über solche zum Wirken an Land (land attack), verfügt, ist ein in der Tat bemerkenswertes Defizit, das damit zu tun haben dürfte, dass U-Boote deutscherseits allenfalls als taktisch-operative, nicht jedoch als strategische Seekriegsmittel gesehen werden. Im Gegensatz dazu wurden nahezu alle deutschen Export-U-Boote von ihren jeweiligen Marinen zumindest mit der amerikanischen Sub-Harpoon bewaffnet.

Unter Ausblendung des land-attack-fähigen (jedoch m.W. noch nicht einsatzbereiten) RBS15-Flugkörpers für die Korvette K130 stellt die Studie fest, dass „in fact the German Navy does not possess any form of long-range land attack weapon for either surface or subsurface vessels„. Auch die Tatsache, dass Deutschland es für hinreichend hielt demnächst seine über 7.000 t schweren Fregatten der Klasse 125 mit „little to no ASW capabilities“ in Dienst zu stellen, lässt die Studie nicht unerwähnt, brandmarkt dieses ebenfalls weltweite Alleinstellungsmerkmal aber nicht explizit. Vermutlich mangels entsprechender Inputs bleibt jedoch ein weiterer Schildbürgerstreich hinsichtlich deutscher Unterwasserseekriegsfähigkeiten in der Studie unerwähnt: LFTAS, das von Firma Atlas Elektronik entwickelte „Low Frequency Active Towed Array Sonar„, das nach jahrelangen Erprobungen bereits 2008 auf der Fregatte der Klasse 123 „Bayern“ mit Erfolg die Einsatzfähigkeitsprüfung bestanden und bis dahin für unmöglich gehaltene höchste Ortungsreichweiten selbst gegen kleine konventionelle U-Boote erzielt hatte. Im Rahmen des Projekts „Fähigkeitsanpassung F123“ sah sich die Marine aus Gründen anderer finanzieller Prioritäten nicht in der Lage, dieses Premium-Ortungsmittel einzurüsten. Diese ursprünglich als „U-Jagdfregatte“ geplante Schiffsklasse wird daher bis an ihr absehbares Lebenszeitende ein „U-Jagd-Torso“ bleiben. Dass mit dem auf dem Wehrforschungsschiff „Planet“ weiter betriebenen Einzelexemplar des LFTAS in Zusammenarbeit mit U-Booten exzellente Arbeit bei der Weiterentwicklung der multistatischen Unterwasserortung geleistet wird, sei hier erwähnt, hilft der Deutschen Marine aber nicht aus ihrer U-Jagd-Misere. Der alte Marinespruch bewahrheitet sich auch hier: „Überall wo man kratzt, kommt das blaue Tuch zum Vorschein.

Aus Kapitel 4 der Studie seien zwei aus Sicht des Verfassers bemerkenswerte Empfehlungen herausgegriffen:

Recommendation: Integrate Interoperable Land Attack Weapons on all NATO and Partner Nations‘ Submarines

Several nations have been unwilling to integrate land attack cruise missiles into their naval force for political reasons. Given current gaps in precision-guided munitions across allied surface and subsurface fleets, NATO and Sweden should refit their submarine forces to be capable of employing Tomahawk (or equivalent) land attack weapons. Land attack capability should also be a key requirement for all future allied and partner submarines.

Desired effect: Allows submarines to strike targets with less counterforce risk than land-based systems, bringing powerful deterrent value.“

Wie schon weiter oben zitiert zeigt die Studie Verständnis für Deutschlands „understandable political sensitivities around the acquisition of such capabilities by the German Navy„. Zu den politischen Empfindlichkeiten (wie aktuell auch beim gescheiterten Versuch der Verteidigungsministerin bewaffnete Drohnen zu begründen) kommen die notorischen Probleme der Marine, ihren U-Booten Flugkörper operativ überhaupt zuzugestehen, geschweige denn Haushaltsmittel dafür bereitzustellen. Die seit über 10 Jahren andauernde Entwicklungsmisere mit dem U-Boot gestützten, bescheidene 20 km weit reichenden, zur Hubschrauberabwehr und auch zum begrenzten Wirken an Land fähigen Flugkörper IDAS ist dafür Beleg. Allein an Tomahawk zu denken steht deshalb wohl auf dem mentalen Index des Marine- bzw. U-Bootoffiziers.

„Recommendation: Institutionalize and Further Develop a Unified Submarine Command, Weapons, and Tactics Course

The UK’s submarine pre-command school, colloquially known as ‚Perisher‘ because of its high standards and associated high failure rate, is attended by officers from several NATO nations. NATO should develop a short-form Perisher-style course for allies and partners, perhaps within the context of the ASW COE. Due to equipment differences, this course would not supplant national training for commanders (especially those representing more advanced undersea navies), but it will help promote integration among NATO navies, improve that ability of the NATO submarine force to operate in a combined manner, alleviate some of the burden of maintaining a robust training pipeline for nations with small submarine forces, and create a common baseline among those countries with more nascent capabilities. A unified pre-command course will also be important as the navies of the various NATO member states acquire new undersea warfare capabilities.“

Wenn es bisher noch Zweifel gab, ob Deutsche an dieser Studie mitgearbeitet haben, dann sind sie mit diesem Passus weggewischt, denn das deutsche Ausbildungszentrum U-Boote (AZU) findet keine Erwähnung. Wenn auch nicht mit dem legendären Mythos des britischen „Perisher“ umwölkt, bildet es seit vielen Jahren U-Bootkommandantenanwärter von NATO und Nicht-NATO-Staaten aus und steht in Qualität und Standards dem „Perisher“ in nichts nach. Zudem: Weil die Briten in ihrer eigenen Marine nur noch nuklear getriebene U-Boote unterhalten bezweifelt der Verfasser, dass sich ihre Ausbildungskurse 1:1 auf konventionelle U-Boote übertragen lassen.

Angesichts der Tatsache, dass Deutschland durch seine anerkannte Expertise in der Randmeerkriegführung nicht von ungefähr mit Kiel den Zuschlag für die Stationierung des NATO „Center of Excellence for Confined and Shallow Waters“ (COE CSW) erhielt, im Kalten Krieg ein formidabler Gegner des Warschauer Pakts in der Ostsee war und trotz aller Reduzierungen bis heute zu den stärkeren Marinen in Nordeuropa zählt, erstaunt es schon, dass es an dieser Studie nicht aktiv beteiligt wurde. Wurde eine entsprechende Anfrage abgelehnt, gab es kein Institut, das als beitragswürdig eingeschätzt wurde? Unterstellt man Konspiration, vor allem im Hinblick auf den schwedischen Industrie-Sponsor, so ist man versucht, Absicht zu mutmaßen. Die Kieler U-Boootwerft tkMS/HDW hat sich 2014 im Unfrieden von ihrer schwedischen Tochter Kockums getrennt – der schwedische Staat betrieb die Abnabelung mit aller Macht, hatte er doch größtes Interesse, das darbende U-Bootprojekt A26 ohne deutsche Abhängigkeiten rein national voran zu treiben. Saab stand mehr als gerne bereit, die Scherben der Traditions-U-Bootwerft Kockums und vor allem deren hoch qualifiziertes Personal zu übernehmen. Nach der deutschen Niederlage im U-Bootwettbewerb Australiens und mit Blick auf den in den nächsten zwei Jahren zu entscheidenden Wettbewerb um Norwegens neue U-Boote gibt es Interessen, denen an einer Schwächung des bisherigen deutschen Weltmarktführers im nicht-nuklearen U-Bootbau – einschließlich seiner „parent navy“ – gelegen sein dürfte. Auffällig ist, dass die Studie im Abschnitt zu den Niederlanden behauptet „[they] may be partnering with Sweden on submarine development and production“ und dass Polen „may be looking at a Swedish designed vessel„. Honi soit qui mal y pense…

27 Gedanken zu „Neue US-Studie zum Unterwasserseekrieg in Nordeuropa – Ein Weckruf ohne deutschen Beitrag

  1. Irgendwie ist mein vorheriger Beitrag zum obigen Artikel mit dem letzten Update (und der neuen Mail dazu) leider verloren gegangen, wird aber noch in der „letzte Beiträge“ Spalte angezeigt…

    • Leider hatten wir bei der letzten Veröffentlichung ein paar Formatierungs- und Softwareprobleme, ich bitte um Entschuldigung, dass Ihr Kommentar bei dem überarbeiteten Beitrag nicht mit angezeigt werden konnte!

    • Vielen Dank für die Rückmeldung. Hatte mir sowas schon gedacht.
      Mal sehen ob ich den Tenor meiner Gedanken nochmal zusammen bekomme.
      Die Studie ist tatsächlich interessant und die obigen Anmerkungen dazu teile ich (Auch die weiter unten geführte Diskussion zwischen Herrn Jopp und U-869 bringt gute Punkte auf). Etwas verstörend finde ich aber die reine Fokussierung der Studie auf ASW. Der Themenkomplex Unterwasserseekrieg ist nun doch etwas umfangreicher und ohne Einbeziehung der Komponente Mine wird man schnell Probleme bekommen. Beide Areas, ASW und MW sind zusammen zu betrachten, als gemeinsames Problem. Sind sie doch beide begründet in der Kompexität der Lage Unterwasser. Nicht umsonst wird ASW ja auch humorvoll als „Awfully Slow Warfare“ bezeichnet. Und daran hat und wird sich in ferner Zukunft nichts ändern. Und genau das trifft auch auf MW zu. Insofern gehören beide Themen für mich essentiell zusammen. Diese Betrachtung würde auch manchmal etwas von den immer wieder stattfindenden Verdrängungseffekten untereinander nehmen.

      Die Forderung nach einem COE ASW klingt zunächst plausibel. Doch gemessen an der gerade von mir bevorzugten Sichtweise, würde es wohl langfristig wieder zu einem „Kampf der Elemente um Bedeutung“ kommen. Lieber würde ich derzeit eine Vertiefung und Konsolidierung der Thematiken bei den bspw vorhandenen maritimen COEs im NATO Verbund sehen. CJOS, CSW und MW würde ich zunächst in der Rolle sehen. Wenn dann lieber die Schaffung eines Undersea Warfare COE welches dann die Teilelemente führen könnte. In diesem Konstrukt könnte auch COE MW weiter bleiben (aufgeben würden die Oostender ABNL Vertreter dies sowieso nicht..;-))..).
      Dies waren ungefähr die ersten Gedanken, die nun doch etwas erweitert worden sind mit ein paar Tagen Zeit dazwischen.

    • In Ergänzung zum Thema MW gehört dazu. Hier sehe ich die grundsätzliche Schwäche des Denkens in der US Navy. Sie haben bis dato kaum aus ihren Erfahrungen nach dem Golfkrieg 1991 gelernt, als sie die Minensucher der Verbündeten im Persischen Golf brauchten. Das vielgelobte neue MW Modul für die LCS ist ja bekannrlich ein Flop. Man fängt wieder von vorne an. Da fine ich eine Aussage von Peter Swartz in seinem umfangreichen Beitrag für das Routledge Handbook of Naval Strategy and Security so treffend, wo er zu MW ausführt: “ Because America´s allies often have superb mine countermeasures capabilities, in coalition operations the U.S. Navy often cedes much of the responsibility for this warfare area to them.“
      Hier liegt die Schwäche der Studie. Sollten wir mit Blick auf die Ostsee nicht mal eine Übung an der Führungsakademie der Bw durchfahren, wo der Minenkrieg eine deutliche Rolle spielt? Wir haben dort den Vorteil, dass Lehtgangsteilnehmer aller Ostsee Anrainer eingebunden werden könnten. Eine Ergebnispräsentation vor führenden Marineoffizieren der Ostsee Anrainer könnte uns doch gut weiterhelfen.

    • Da haben Sie völlig Recht, die Minenkriegführung gehört zum Unterwasserseekrieg! Das CSIS-Team hatte vmtl kein Interesse und/oder keine Expertise um MW einzubeziehen (gilt in USA darüber hinaus als „not sexy“) und hat es versäumt zumindest eine entsprechende Eingrenzung vorzunehmen.

    • @heinzdieterjopp
      Durchaus eine interessante Idee. Aber dann bitte unter der Einbeziehung des FB Mine an der MOS, der EF1 und WTD und nicht alleine auf FüAk Basis. Die Expertise im Hause nutzen und nicht an ihr vorbei…

    • Auch wenn die Beiträge in der Reihenfolge verrutschen: Mein Vorschlag zur FüAk ging von der Präsenz ausländischer Marineoffiziere im Lehrgang, der Möglichkeit computergestützter Übungen und einer möglichen Beteiligung anderer TSK Angehöriger aus. Der Vorschlag zur Einbeziehung von Marineexpertise von MOS und EF 1 ist richtig und deren Beteiligung wäre ideal. Ab hier ist FA Schneider und KzS Straus als mögliche Initiatoren gefragt.

  2. Danke für diese gute Zusammenfassung. Kurz zu der russischen Ubooten: Es ist hier bekannt, dass diese unter erheblichen logistischen Schwierigkeiten leiden und selbst die neuesten SSN nur durch Kanibalisierung im Einsatz gehalten werden.
    Diese Studie ist ein weiterer Versuch, Haushaltsmittel in den USA der Navy zuzuordnen.
    Den Kommentar zu Schweden kann man nur unterstreichen. Aber hier hilft eher Veröffentlichung von Aufsätzen in englischer Sprache als der Versuch der Negativ Propaganda. Dieses Problem ist doch nicht neu. Eine Kursänderung wäre wünschenswert.

    • Die Schweden verstehen es wie aus dem Lehrbuch, sich eines renommierten US-Think-Tanks zu bedienen und zum Schaden von Konkurrenten „framing the mindset“ in klassischer Manier zu betreiben. Sich mit den Amerikanern auf diese Weise zusammen zu tun ist cleverer als englischsprachige Aufsätze zu veröffentlichen – wobei das natürlich nicht schadet. Die deutsche Industrie sollte genau untersuchen, warum sie sich in Singapurs U-Bootneubauprojekt gegen die dort etablierten Schweden durchgesetzt hat. Nach Lektüre des Blogbeitrags habe ich das Gefühl, dass die Schweden gerade dabei sind, die „lessons learned“ aus dieser Niederlage umzusetzen. Sie sponsern und beeinflussen damit die Aussagen der CSIS-Studie zum Nachteil der Deutschen….

    • Sorry, aber es ging in dem Blog um eine Studie des CSIS mit Unterstützung des USNI. Das Ganze dann auch weltweit angepriesen über das soziale Netzwerk LinkedIn und über CIMSEC. Dies ist aus meiner Sicht mehr als nur schwedisches Marketing. Wir müssen koordiniert auf dem Klavier der Denke, Politik und Wirtschaft spielen. Internationale Studien laufen über Anfragen zu möglichen Beiträgen. Beteiligen wir uns daran?

    • Sie haben wohl recht, ich bin da wohl etwas zu weit mit meinen Konspirations-Vermutungen gegangen und die Studie lässt sich keinesfalls auf „schwedisches Marketing“ reduzieren. Zumal der Leser auch in den Danksagungen erfährt dass „the team is deeply appreciative of Saab’s respect for our intellectual Independence“. Auf jeden Fall sollte man die Studie lesen – hier der Link zum Download als PDF-File:
      https://csis-prod.s3.amazonaws.com/s3fs-public/publication/160721_Hicks_UnderseaWarfare_Web.pdf

      Ich denke aber trotzdem, dass meine Mutmaßungen nicht ganz von der Hand zu weisen sind, wenn man berücksichtigt, dass ein Sponsor nicht nur Geld gibt, sondern – trotz o.a. „Declaration of Independence“ – auch inhaltlichen Einfluss nimmt, Interview-Experten zuführt [z.B. bevorzugt schwedische], deren Dienstreisen bezahlt etc. Wie im Blog zu lesen fiel auf, dass die Studie sowohl für das niederländische als auch für das polnische U-Bootnachfolgeprogramm ausschließlich schwedische Entwürfe als ins Auge gefasst erwähnt. Bei der Lektüre der Studie bemerkte ich außerdem, dass im Passus über Norwegen von einem U-Bootprojekt überhaupt keine Rede ist! Etwa weil dort nur die Franzosen und Deutschen auf der Shortlist stehen und die Schweden ausgeschlossen wurden??

      Hinweis und Empfehlung:
      Das CSIS hat neuerdings ein Video in die Website aufgenommen, in dem das Team die Studie präsentiert, gefolgt von einer Panel-Diskussion:
      https://www.csis.org/events/undersea-warfare-northern-europe

      Zu guter Letzt bin ich der Meinung:
      Es darf über all den U-Boot-Diskussionen nicht übersehen werden, was die eigentliche Botschaft der Studie ist: „The Alliance’s Undersea Warfare Capability is in bad shape“ – und die Deutsche Marine sollte sich ihren Anteil an den Defiziten nicht schönreden, sondern anfangen, Hausaufgaben zu machen.

    • Defense News berichtet nun aktuell, dass sich die Polen für Saab’s neues Uboot A-26 entschieden hätten, gegen tkMS und DCNS, Stückzahl 3, Vertragsumfang 2,6 Mrd USD…

  3. Dies ist die Art Gedankenaustausch, die man von „meerverstehen“ erwarten darf! Nach meinem Kenntnisstand ist zwischenzeitlich der RBS-15 Flugkörper (eingerüstet auf der K 130) für die Landzielbekämpfung qualifiziert. Man hört an der Küste, dass für das Beschaffungsvorhaben MKS 180 der norwegische See-/Landziel-FK NSM vorgesehen ist. Sollte es zu einem norwegischen U-Boot-Auftrag kommen, schließt sich die Deutsche Marine dem Vernehmen nach mit zwei Booten an, die dann – ebenso wie die norwegischen Boote – über eine Landziel-Bekämpfung verfügen. Auf keinen Fall vergessen darf man das Vorhaben IDAS, welches dem U-Boot eine neue Fähigkeit verleiht,
    fasst FLEET zusammen.

    • Der Zuschlag für das norwegische U-Bootprojekt steht noch lange nicht in den deutschen Auftragsbüchern.
      Am 11.03.16 war in dem Magazin Defense News ( http://www.defensenews.com/story/defense/naval/submarines/2016/03/11/germany-norway-eye-joint-submarine-procurement/81652056/ ) zwar zu lesen, dass –
      „Katrin Suder, German secretary of state for armament, said that a procurement of the naval strike missile (NSM) and the battle management system, both produced by Norway’s Kongsberg, is ‚conceivable.‘ The condition for such a deal, however, is a previous tender process. In case of a jointly developed product between Norway and Germany, this could be obtained without competition, the secretary of state said“
      – aber ein Berg von Hindernissen ist da noch im Wege!
      Glaubt man dem meerverstehen-Blogbeitrag, dann ist die Deutsche Marine noch nicht so weit, ihre U-Boote mit einem so „großen Stock“ ausstatten zu wollen – das wird nur gehen, wenn die Politik das entscheidet. Den politischen Willen dazu sehe ich allerdings nicht! Ein technisches Problem ist, dass die NSM m.W. bisher noch nicht „submarinisiert“ ist, aber Kongsberg soll daran arbeiten.
      Die größte Hürde allerdings ist, dass die in Australien siegreiche DCNS aus Frankreich erneut der Konkurrent der Deutschen um das norwegische U-Bootprojekt ist. Und die Franzosen spielen mit Thales bei Flugkörpern in der ersten Liga. Obwohl sie mit „Scalp“ bereits eine eigene U-Boot gestützte cruise missile besitzen, haben sie den Norwegern trotzdem ein verführerisches Angebot gemacht. Im Griephan 21/16 vom 23.05.16 war zu lesen:
      „Frankreich scheint dagegen den Schwung aus Canberra zu nutzen und bietet Kongsberg an, den [NSM] Lenkflugkörper künftig als Joint Strike Missile für die französischen Kampfflugzeuge sowie als Naval Strike Missile für die Über- und Unterwasserplattformen zu nutzen.“
      Treue zum jahrzehntelangen deutschen U-Boot-Rüstungspartner allein wird nicht reichen, um die Franzosen in Norwegen auszustechen. Da ist ein konzertierter nationaler Ansatz erforderlich. Griephan nannte das in o.a. Ausgabe „Le Mannschaft“…

  4. Wir vernehmen U-869 sehr wohl! Die politische Absicht, Norwegen – vor allem auch nach australischen Enrscheidung – zu gewinnen, steht in Berlin. Wir hören, dass die Deutsche Marine gern beim norwegischen Ansinnen, ihren U-Booten für Landzielbekämpfung zu befähigen, draufsattelt (mit 2 Booten). Der norwegische NSM ist wohl für die MKS 180 (Überwasser) gesetzt. Dies bedeutet nicht, dass er auch für künftige U-Boote in Frage kommt. Die Chancen für einen norwegischen U-Boot-Auftrag stehen nicht schlecht; er ist aber keineswegs in trockenen Tüchern. Richtig bleibt, es ist erst dann unterschrieben, wenn alles unterschrieben ist.

    • Ich sage es mal so:
      Auch wenn dies politisch so propagiert und verfolgt wird bzgl. NSM. Amtlich ist dazu noch nichts mit gesetzt und so. So lange läuft dies erstmal noch unter Küstenklatschwelle.

  5. Sperrwaffe: in diesem Blog ist man bestens informiert! Gehen Sie davon aus, dass NSM für die MKS gesetzt ist für den Fall, dass Oslo deutsch taucht!
    Ist Fleet überzeigt

    • @Fleet: Belehrender Ton oder gezielter Hinweis?
      Sicherlich trifft ein hohes Maß an Informationsgrad hier zu. Deswegen bin ich hier.
      Gestehen Sie mir aber auch einen entsprechenden Informationsgrad zu. Auch wenn mein Nickname Sie vielleicht anderes vermuten lässt. Welchen teile ich Ihnen gerne per Mail mit, falls Sie an meinen Aussagen zweifeln. Auch wenn ich hier längere Zeit der Debatte fern geblieben bin. Ich möchte mich aber gar nicht streiten.
      Was ich sagen will: Gerne gehe ich von solchen Dingen aus. Nur bedeutet dies auch irgendwann mal die Kommunikation dergleichen.
      Oder nochmal anders ausgedrückt:
      Die letzten Artikel von Herrn Sperber und Herrn Braun zum Thema MKS fassen den derzeitigen Sachstand recht gut zusammen. Sollte man nun weitere gewisse Systemkomfigurationen als gesetzt festlegen wollen, die es bislang in den Unterlagen definitiv nicht gewesen sind, dann wird es Zeit dies den Beteiligten im Verfahren auf Auftragggeber- und auf Bieterseite so langsam mal mitzuteilen. Mir ist im Moment der Zeitstrahl norwegische U-Boote nicht en Detail bekannt? Ich glaube MKS liegt deutlich weiter vorne im Verfahrensgang. Klingelt dadurch was? M.E. ist genau dieses Abwarten „für den Fall, dass Oslo deutsch taucht.“ der komplett falsche Weg. Ich möchte einen bestimmten FK setzen/gesetzt haben? Dann bitte schön. Auf geht’s. Ein Typvertreter ist kein gesetztes System. Noch ist dazu Gelegenheit dies für alle im Projekt Beteiligten zu platzieren (welches nunmal 3Bieter, Marine, Koblenz +WTD’en und BMVg sind) und nicht darüber zu sinnieren „was wäre wenn“.
      Man will doch Fähigkeiten (Schiffe, Flaggenstöcke, Warfare Areas die man bedienen kann, you name it…) am Ende haben, oder nur toll aussehende Prozesse? Denn Zeit ist auf allen Seiten viel zu knapp, was nur keiner wirklich zugeben mag.
      Ist es jetzt klarer worauf ich hinaus wollte?

  6. Liebe Sperrwaffe, auf keinen Fall belehrender Ton! Ich bin aufgrund Ihrer Beiträge von Ihrem hohen Informationsgrad überzeugt. Aber vielleicht haben andere den auch! Manchmal ist es so, dass Informationen auf höchstem Niveau in unterschiedlichen, nicht immer miteinander kommunizierenden, Kreisen zirkulieren. Ich gehe davon aus, dass die Entscheidung, dass NSM statt RSB 15 auf die MKS kommt – für den Fall, das Oslo „deutsch taucht“ – platziert ist. Möglicherweise ist es in den Kommunikationsröhren noch nicht durch! Wir werden bald Klarheit haben,
    vermutet Fleet

    • Werter Fleet. Vielen Dank. Den Informationsgrad habe ich in keiner Weise anzweifeln wollen (und auch nicht das was Sie dazu gesagt haben). Das „Mehr“ an Informationen (unter der Wahrung von dem was erzählt werden kann/darf) macht es aus. Es ging mir um die grundsätzliche Einordnung.
      Ansonsten sind wir uns einig.

  7. Jetzt muss ich doch mal etwas austeilen. In der irrigen Annahme, dieser Blogeintrag würde einen Aufschrei bei den Unterwasserkriegern auslösen, habe ich mich auf die leidenschaftliche Fachdiskussion eines erweiterten Kommentatorenkreises gefreut. Aber bis auf eine Handvoll sind die über 700 Nutzer der Website wohl alle Voyeuristen – und diese immer gleiche Handvoll reitet mit ihren Beiträgen überwiegend ihre Steckenpferde, d.h. sie hält sich an die Programmatik ihrer Pseudonyme (Fleet, Segler, U-869, Sperrwaffe); aus der Reihe tanzt da der einzige mit Klarnamen operierende Jopp, der aber auch eine immer wieder kehrende Konstante aufweist: America-bashing ..;-)))….Die aktiven, zu Piraten- und Schlepperjägern bzw. UNIFIL-Patrouilleuren degenerierten Seefahrer der Marine haben natürlich für „meerverstehen“ weder Zeit noch Interesse – aber beitragen könnten sie m.E. auch nichts, denn ihr im B-Lehrgang erworbenes Wissen in den klassischen „warfare areas“ – hier U-Jagd oder Minenkrieg – wird kaum noch gefordert und schon gar nicht hinlänglich beübt. Wie hieß es so schön höflich in der Studie: „While they would seemingly excel in Baltic Sea operations, it is unclear to what extent the German submarine force operates in these waters.“

  8. Ein kleiner Zwischenruf:
    Vielen Dank an alle Beteiligten für diese gehaltvolle Diskussion!

    Verfasser von Blog-Beiträgen und -Kommentaren können dies unter Klarnamen oder eben Pseudonym tun – auf einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrer Identität von Seiten des Blogs aber auch der Nutzer untereinander legen wir größten Wert!

    @Verfasser: Die Wellen, die solche Beiträge schlagen, sind vielleicht nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Wir sind aber zuversichtlich, dass Meer Verstehen durchaus gelesen wird…

  9. Ein Aspekt aus der Kurzanalyse des unbekannten Verfassers sei herausgegriffen: Uboote der Klasse 212 A besitzen keine Flugkörperbewaffnung, obwohl 62% des Weltubootbestands über diese Bewaffnung verfügen. Ein Makel ohnesgleichen! Nachdem nun der Seaspider, ein Torpedo zur Torpedoabwehr erprobt wird, verliert der 212 A noch mehr an Kampfkraft. Selbst Marinen der einstigen Dritten Welt verfügen über Uboote mit Flugkörperbewaffnung. Könnte es sein, daß die Nichtbeteiligung Deutschland an der Studie auch daran liegt, daß die deutsche Ubootwaffe in der Allianz nur noch sehr geringe Bedeutung besitzt? Damit wiederhole ich die Schlußbemerkung des mir unbekannten Autors: Honi soit qui mal y pense.

    • Zum von Morgan von Müller gegebenen Stichwort „Seaspider“… Am 22.08.16, vor wenigen Tagen, war in der Online-Ausgabe von „Die Welt“ ein Update über diesen Anti-Torpedo-Torpedo zu lesen, der vmtl auf einer Presseerklärung der Fa. ATLAS-Elektronik (AE) beruht:

      https://beta.welt.de/wirtschaft/article157798874/SeaSpider-ist-der-erste-einsatzfaehige-Anti-Torpedo-Torpedo.html

      Warum U212A durch die Erprobung des Seaspider „noch mehr an Kampfkraft verlieren“ soll, erschließt sich mir nicht. Man kann ja regierungsseitig dafür sorgen, dass „Seaspider“ nicht in falsche Hände gerät, wenn er schon nicht in eigenen Händen ist (s.u.)….

      Sollte dieses von der Deutschen Marine als „TAU-Hardkill“ vor Jahren (wg. nachrangiger Priorität nicht mit HH-Mitteln versehene) stornierte Vorhaben tatsächlich als „Seaspider“ wie Phönix aus der Asche wiedererstehen, dann ist dies allein Verdienst von AE. Und sollten die Kanadier und evtl auch die Niederländer und Briten ihre U-Boote und Überwassereinheiten tatsächlich damit ausrüsten, dann ist der Firma für ihr „Dranbleiben“ und genannten Ländern für die Sorge um den Schutz ihrer Hochwerteinheiten nur zu gratulieren. In Deutschland wird zwar in Afghanistan und anderswo an Land (ministeriellen Verlautbarungen gemäß) alles und nur das Beste für den Schutz der Soldaten veranlasst, aber ein Seekrieg – und gar ein solcher mit U-Booten – wohl für so unwahrscheinlich gehalten, dass man glaubte (und wohl immer noch glaubt), ein vielversprechendes Entwicklungsvorhaben zum Schutz der Hochwerteinheit U212A gegen feindliche Torpedos getrost dem Vergessen anheimgeben zu können.

      Ich schließe die Bitte um einen erfolgreichen Abschluss des Firmenprojekts „Seaspider“ in mein Nachtgebet ein…

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