Über Meer Verstehen

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Europawahl 2019: Die Programme


Es ist mittlerweile gute Traditon geworden, dass Meer Verstehen bei anstehenden Wahlen die Programme der relevanten Parteien auf maritime Stichwörter durchsucht und  die entsprechenden Passagen herausfiltert.

Wir betrachten mit Blick auf die Europawahl am 26. Mai 2019 die Programme der vier Parteien, die wir unter einem gemeinsamen Verfassungsbogen verorten:

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Buchbesprechung: Die Zukunft ist asiatisch!


Am 05.03.2019 titelt Die WELT: China ist auf dem Weg zur Militär-Supermacht. Am 06.03.2019 titelt Gabor Steingart in seinem Morning Briefing: China: Vorsprung durch Panik. Und am gleichen Tag verkünden die Medien, dass Italien Chinas One Belt, One Road Initiative beitreten werde. Und am gleichen Tag vernehmen wir aus der U.S. amerikanischen Administration, dass der Handelsstreit und damit auch Handelskrieg zwischen den USA und der VR China bald beigelegt sein dürfte. Da parallel u.a. die Wirtschaftsdaten von Indien und Indonesien steil nach oben gehen, sollte man die Verengung auf China und eine wahrscheinliche militärische Auseinandersetzung mit den USA (Falle des Thukydides), wie sie von Experten und Think Tanks in den USA seit geraumer Zeit prognostiziert wird, zu Gunsten einer gesamt- wie sicherheitspolitischen Betrachtung beenden. In diesem Zusammenhang ist ein Buch auf dem internationalen Büchermarkt erschienen, das eigentlich den Zusatztitel „Just in time“ verdient: Weiterlesen

Querschüsse – Querdenken – Kurswechsel?


Wir haben den Beitrag zur 59. Historisch-Taktischen Tagung der Marine im aktuellen MarineForum aufmerksam gelesen. Vor allem der Bezug auf den Vortrag „Querschüsse – Querdenken – Kurswechsel: Die Sylter Flotte des Jimmy Mann“ hat unser Interesse geweckt:

„Vizeadmiral Hans-Joachim Mann nahm 1991 zu Beginn seiner Verwendung als achter Inspekteur der Marine eine entscheidende Kursänderung vor, die als „Sylter Flotte“ bekannt wurde. Das fiel in eine Zeit verteidigungspolitischer Orientierungslosigkeit und man warf Admiral Mann oft vor: ‚Du bist zu schnell.‘ … Das führte zu lebhaften Diskussionen von Tagungsteilnehmern aus den ersten Reihen, die damals als Zeitzeugen an diesen Vorgängen beteiligt waren oder sie miterlebt hatten.“ Weiterlesen

25 Jahre nach Mogadischu – was bleibt?


In diesen Tagen ist es 25 Jahre her, dass die Marine den Deutschen Unterstützungsverband Somalia aus Mogadischu evakuierte. Dieser Heeresverband hatte zuvor die Operation UNOSOM II der Vereinten Nationen in Somalia unterstützt.

Für das Heer war es der erste große Auslandseinsatz gewesen, der abrupt zu Ende ging, als sich die USA überstürzt aus der Operation zurückzogen und die deutschen Truppen auf sich allein gestellt zurückblieben.

Die Umstände der daraufhin folgenden Evakuierungsoperation Southern Cross sind seinerzeit umfänglich diskutiert worden. Wenn man das allerdings heute nachlesen will, findet man im Netz nur einen einzigen Wikipedia-Artikel (https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Southern_Cross), der auf den Berichten des seinerzeitigen Marine-Verbandsführers fußt. Längst ist diese Operation in Vergessenheit geraten, überschattet von neueren Einsätzen und seit wenigen Jahren von der Rückbesinnung auf Landes- und Bündnisverteidigung. Weiterlesen

Buchbesprechung – Red Star over the Pacific


Wohin entwickelt sich China? Wird China zum Konkurrenten auf den Meeren?

Nicht erst seit den Entwicklungen und Zwischenfällen im Südchinesischen Meer fragen gerade westliche Politiker und Experten, ob die Entwicklung Chinas zu einer maritimen Großmacht zu einer bewaffneten Auseinandersetzung mit den USA und der U.S. Navy im pazifischen Raum führt. Begriffe wie Anti Access/Area Denial (A2/AD), Thykidides Falle, aber auch Hybride Seekriegsführung und Auseinandersetzungen in der „Grey Zone“ bestimmen seit Jahren die amerikanischen Diskussionen zu einer notwendigen Anpassung der maritimen Strategie. Dabei lag und liegt der Schwerpunkt auf einem Vergleich der jeweiligen Kriegsmarinen und ihrer strategischen, operativen und taktischen Möglichkeiten. Die Ende 2018 bei der Naval Institute Press erschienene zweite Auflage des hier zu besprechenden Buches hebt sich erfreulich von den oben angesprochenen Aufsätzen und anderen Veröffentlichungen ab, da die beiden Autoren insbesondere der Frage nachgehen, wie es der politischen Führung gelungen ist, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass die Zukunft des Landes eng mit dem Status einer global agierenden Seemacht verbunden ist. Und hierzu gehört dann insbesondere eine prosperierende Wirtschaft und weltweiter Seehandel. Gerade dieses Kapitel unterstreicht die deutlich veränderte Betrachtung der Autoren acht Jahre nach Erscheinen ihrer ersten Ausgabe. Weiterlesen

Wieviel Gorch Fock bleibt?


Wenn sich die Verteidigungsministerin „große Sorgen um die Gorch Fock“ (Rheinische Post) macht, dann muss man sich in der Tat sorgen. Der am Donnerstag verhängte Ausgabestopp beruht auf einer, kaum nachvollziehbaren, Kostenexplosion. Ursprünglich mit zehn Mio EUR veranschlagt, liegen die Kosten für die Überholung aktuell bei 135 Mio EUR, wovon knapp 70 Mio EUR bereits geflossen sind. Diese Dimension der Kostensteigerung hat selbst die Elbphilharmonie nicht erreicht! Weiterlesen

Maritime Fragen an die Denkfabrik


Am vergangenen Wochenende hat die Verteidigungsministerin bei einem großen Auftritt an der Hamburger Bundeswehruniversität die neue Denkfabrik der Bundeswehr aus der Taufe gehoben. Das Gemeinschaftsprojekt der Führungsakademie und der Helmut-Schmidt-Universität soll unter dem Namen „German Institute for Defence and Strategic Studies“ (GIDS) einen Beitrag zur Strategiefähigkeit der Bundeswehr und der Bundesregierung als Ganzes leisten, wie es die Ministerin ausdrückte.

Meer verstehen teilt die Auffassung der Gründer dieses Instituts, dass es in Deutschland ein erhebliches Defizit an strategischem Denken gibt. Es hofft, dass das GIDS einen Beitrag leisten kann, diese Lücke zu füllen. Weiterlesen