Maritimer Check zur Landtagswahl Schleswig-Holstein 2017


Am 7. Mai wird der 19. Landtag Schleswig-Holsteins gewählt. Zur Zeit regiert dort Torsten Albig (SPD) in einer sogenannten Küstenkoalition gemeinsam mit den Stimmen der SPD, den Grünen sowie dem Südschleswigschen Wählerverband SSW. Wir möchten an dieser Stelle eine kleine Analyse der Parteiprogramme auf ihren maritimen Inhalt anbieten – dabei beschränken wir uns wie gewohnt auf die bereits im Landtag vertretenen Parteien.

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Nobody asked me, but…..

Ein Gastbeitrag von Heinz Dieter Jopp

Die Irritationen über den tatsächlichen Standort der Trägerkampfgruppe um die USS Carl Vinson Anfang April 2017, nachdem US Präsident Trump den Befehl zur Verlegung in die See Räume in Reichweite Nordkoreas gegeben und öffentlich von einer großen Armada sprach, die er zur Abschreckung Nordkoreas entsandt habe, hinterließen in der Öffentlichkeit angesichts der Nordkoreanischen Reaktionen auch die grundsätzliche Frage, ob die aus der Vergangenheit gewohnte abschreckende Wirkung überhaupt noch vorhanden ist. Anders noch als Mitte der 1990er Jahre unter Präsident Clinton, wo Machtprojektion mittels Trägerkampfgruppen ein probates politischen Mittel zur Erzwingung von Wohlverhalten eines politischen Gegners war, muss dies 2017 nicht nur angesichts der (vermeintlichen) Irrationalität des Nordkoreanischen Präsidenten sondern auch technologischer und Waffensystemveränderungen in anderen Konfliktregionen der Welt zunehmend hinterfragt werden. Weiterlesen

Wir haben unser „Maritimes Glossar“ aktualisiert!


Kennen Sie die Abkürzung „VPD“ oder „MERZ“? Wollen Sie wissen, was eine „Ausschließliche Wirtschaftzone“ ist, oder ein „choke point“? In unserem neuen „Maritimen Glossar“ finden Sie Erklärungen zu Begriffen, die im Zusammenhang mit dem Einsatzszenarien der Deutschen Marine häufig genutzt werden. Mit der Zeit soll das Glossar zu einem umfangreichen Nachschlagewerk relevanter maritimer Fachbegriffe anwachsen.

Sie haben Fragen oder vermissen einen Begriff? Dann schreiben Sie uns bitte oder Kommentieren diesen Beitrag und helfen Sie mit, das Glossar zu vergrößern!

 

Die Marine im Spannungsfeld zwischen Auftragserfüllung und Attraktivität – Ein Aufsatz von Kapitänleutnant Katharina Jens


Mit dem Aufsatz von Kapitänleutnant Katharina Jens, eine der beiden Erstplazierten im Aufsatzwettbewerb des DMI und des Inspekteurs der Marine, setzen wir unsere Publikationsreihe fort:

Die Besucherzahlen der diesjährigen maritimen Veranstaltungen sprechen für sich: Eine Million Gäste verzeichneten sowohl Hanse Sail als auch der Hamburger Hafengeburtstag, 1.2 Millionen Besucher konnte die Sail Bremerhaven verbuchen und als unangefochtener Spitzenreiter hat die Kieler Woche im Jahr 2015 3.8 Millionen Menschen an die Küste locken können. Seefahrt ist also mitnichten unbeliebt und das Element Wasser und die auf ihm zur See fahrende Technik noch immer ein Publikumsmagnet. Die Projektion dieser Begeisterung für die Seefahrt auf die Deutsche Marine allerdings – sie misslingt zuweilen und lässt sich deutlich an den rückläufigen Bewerberzahlen ablesen. Maritimes Flair als Grund für einen Wochenendausflug scheint plausibel – als Beweggrund für die Berufswahl jedoch eher weniger ausschlaggebend. Weiterlesen

Die Marine im Spannungsfeld zwischen Auftragserfüllung und Attraktivität


Wie bereits angekündigt veröffentlichen wir heute den Essay von Oberleutnant zur See der Reserve Helge Adrians, B.A., dessen Ausführungen den dritten Platz im Aufsatzwettbewerb des DMI und der Deutschen Marine belegten:

Die Bundestagswahl 2013 war in mehrfacher Hinsicht eine Überraschung; Nicht nur dass weder CDU/CSU noch SPD es schafften, eine eigene Regierung zu bilden und eine unliebsame Große Koalition eingehen mussten, sondern auch weil die Ministerposten anders vergeben wurden, als von vielen Kommentatoren vorhergesagt und designierten Politikern herbeigewünscht. Verwunderung erregte dabei besonders die Aufstellung von Ursula von der Leyen als zukünftige Bundesministerin der Verteidigung; nach Stationen in sozial geprägten Ressorts auf Landes- und Bundesebene sorgte die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel für viel Erstaunen, die niedersächsische CDU Politikerin künftig als Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt über die Bundeswehr einzusetzen. Weiterlesen

Preisträger des Aufsatzwettbewerbs des Inspekteurs der Marine und des Präsidenten des DMI werden ausgezeichnet


Der Inspekteur der Marine und der Präsident des Deutschen Maritimen Instituts (DMI) hatten im April 2015 erneut einen Wettbewerb ausgeschrieben. Junge Offiziersanwärter/-innen und Offiziere wurden aufgerufen, ein Essay zum Thema: „Die Marine im Spannungsfeld zwischen Auftragserfüllung und Attraktivität“ zu schreiben.

Mit diesem Preis sollten die besten Artikel/Arbeiten junger Offiziere bzw. Offiziersanwärter/-innen ausgezeichnet werden, die ihre Erfahrungen, Vorstellungen und Sichtweisen zu diesem Thema reflektieren. Jurymitglieder (zwei Stabsoffiziere des Marinekommandos und zwei Präsidiumsmitglieder des DMI) bewerteten die Aufsätze; erstmalig wurde der erste Preis zweimal vergeben, der zweite Preis bleibt unbesetzt.

Die Preisträger sind:
1. Preis
Kapitänleutnant M.Sc. B.Sc. Katharina Jens – Fregatte Schleswig-Holstein
Oberleutnant zS M.A. Janine Pirrwitz –Marinekommando Rostock PIZ
3. Preis (wie auch 2014)
Oberleutnant zS dR Helge Adrians – Universität Bremen

Preisträger AufsatzwettbewerbAußer Konkurrenz wurde ein Aufsatz von Professor Dr. Marcus Albrecht eingereicht. Prof. Dr. Albrecht lehrt und forscht an der Fachhochschule Düsseldorf im Bereich Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Controlling.

Die Preisverleihung an alle Gewinner wurde im Rahmen der „9. Maritime Convention“ am 12. November 2015 in Berlin durch den Stellvertreter Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Rainer Brinkmann, und den Präsidenten des Deutschen Maritimen Instituts, Vizeadmiral a.D. Hans-Joachim Stricker vorgenommen. Prof Dr. Albrecht erhielt als Anerkennung ein Geschenk. 

Die Gewinneraufsätze werden in der Zeitschrift „MarineForum“ abgedruckt. Vorab erfolgt eine Veröffentlichung aller Aufsätze in Kürze auf unserem Blog.

 

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Unter Wasser – Über Rüstungs- und andere Kernkompetenzen


Derzeit sorgt in der deutschen Wehr-Community eine Folie mit dem Titel „Diskussionsvorschlag Schlüsseltechnologien BMVg“ aus dem Verteidigungsministerium für Aufsehen, in der Schlüsseltechnologien definiert wurden, die als deutsche Kernkompetenzen der Rüstungsindustrie zu erhalten seien. Dazu gehörten Technologien zur vernetzten Operationsführung und Verschlüsselung, die Sensorik bei Aufklärungssystemen wie etwa der Drohne Euro Hawk und Schutzausrüstung. U-Boote, Handfeuerwaffen und gepanzerte Fahrzeuge gehörten nicht dazu. Hier sei Deutschland zwar Weltmarktführer,  doch man brauche diese Technologien nicht zwingend, um wehrtechnisch unabhängig vom Ausland zu bleiben.

Mit anderen Worten: Das BMVg betrachtet die Unterwasserkompetenz der hiesigen Industrie nicht (mehr) als Schlüsseltechnologie, die es exklusiv und aus Prinzip in Deutschland zu produzieren und zu beschaffen gilt. Dies betrifft konkret den U-Boot-Bau sowie wie die Systeme Torpedos, Unterwasserdronen, Mine und Minenjagd. Weiterlesen