Der Schiedsspruch in Sachen Philippines vs. China: Von Gewinnern und Verlierern – auf beiden Seiten


Ein Gastbeitrag von Dr. Oliver Daum, Institut für Sicherheitspolitik an der Christian-Albrechts-Univerität zu Kiel

Für den Fall Philippines vs. China bekommt der Permanent Court of Arbitration (dt: Ständiger Schiedsgerichtshof) aus der Fachwelt das Gütesiegel „historisch“ verliehen. Der Schiedsspruch des Gerichtshofes – kein Urteil! – diene nach Ansicht von Völkerrechtsexperten für die nächsten Jahrzehnte als Grundlage zur Klärung wesentlicher seerechtlicher Fragestellungen. Zu Recht, denn der Gerichtshof bezieht Stellung zu Problemen, die die Staatengemeinschaft bislang nicht lösen konnte. Die Philippinen werden als die Gewinner gesehen, doch so einfach ist es nicht. Weiterlesen

„Die militärstrategische Bedeutung des Südchinesischen Meeres“


Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein erneuter Vorfall den Inselstreit im Südchinesischen Meer wieder ins Schlaglicht rückt und die Frage nach Chinas Absichten aufwirft. Beijing wird in dem Konflikt meist Hegemonialstreben unterstellt. Dieser Lesart zufolge versucht China, schrittweise die Kontrolle über das Südchinesische Meer zu gewinnen, um eine nach allgemeiner Überzeugung strategisch bedeutsame Region zu dominieren. Eine Untersuchung der militärischen Dimension des Inselstreits kann dazu dienen, manche dramatisierende Darstellung als fragwürdig zu erweisen. Denn die militär-strategische Bedeutung der umstrittenen Inseln ist bei weitem nicht so groß, wie meist behauptet wird. Außerdem liegt zumindest aus militärischer Sicht die Vermutung nahe, dass Beijing im Südchinesischen Meer eher defensive Ziele verfolgt. Weiterlesen

China – eine maritime Definitionsmacht?


China, das Reich der Mitte, entwickelt sich stetig und strategisch zur Alternative der etablierten, westlich dominierten logistischen Ordnung. China hinterfragt vermehrt den Status Quo und fängt an, alternative Angebote zu machen. Dies geht über die Ablehnung weiterer westlicher Dominanz in der maritimen Logistik bis hin zu der Erschließung neuer Handelsrouten über Land. Weiterlesen

Buchtipp: Asia’s Cauldron – The South China Sea and the End of a Stable Pacific


Den amerikanischen Journalisten Robert D. Kaplan und sein Buch Monsoon hatten wir bereits vor einiger Zeit vorgestellt. Seine These in Monsoon: Das maritime 21. Jahrhundert wird vom Geschehen in und um den Indischen Ozean geprägt werden! Kaplan zeichnet sich durch eine treffsichere geopolitische Beobachtungsgabe und messerscharfe Analysen aus, beide präsentiert er sprachlich so leichtfüßig wie man es von angelsächsischen Autoren kennt. Auch sein aktuelles Buch, Asia’s Cauldron: The Souh China Sea and the End of a Stable Pacific, steht dem in nichts nach! Weiterlesen

Maritime Literatur – Lese-Empfehlungen über maritime Sicherheit


Im Rahmen unseres ständigen Projektes auf interessante maritime Literatur hin zu weisen, hat uns folgender Beitrag von einem unserer Leser erreicht: Heinz Dieter Jopp stellt uns „Anti-Access Warfare. Countering A2/AD Strategies“, von Sam J. Tangredi, sowie „Asian Maritime Strategies. Navigating Troubled Waters“, von Bernard D. Cole, vor:

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„Moin, moin, Weltwirtschaftslok“


Als maritimer Blog sind wir eingefleischte Logistikfreunde, und so freuen wir uns natürlich darüber, wenn deutsche Unternehmen alle möglichen Logistikketten bedienen und ihren Teil zu Handel und Wohlstand in der Welt beitragen. Deutschland ist immerhin Globalisierungsgewinner! Folgenden Artikel konnte man am 2. August auf Spiegel Online finden: Weiterlesen

„Nicht konventionelles Öl und Gas – Folgen für das globale Machtgefüge“


Die Diskussion über die Förderung von Schiefergas als „unkonventionelles“ Erdgas ist in vollem Gange. Durch die sogenannte Fracking-Methode können heute Erdgasablagerungen in Tonsteinformationen angezapft werden, die zunächst für konventionelle Bohrmethoden unerreichbar schienen. Länder wie Deutschland oder Polen könnten effizient einen wesentlichen Anteil ihrer Energie zur Deckung des Eigenbedarfs aus dem heimischen Boden gewinnen; dies würde sowohl die ökonimische als auch politische Abhängigkeit von anderen Energieliferanten reduzieren. In Deutschland wird die öffentliche Diskussion über Schiefergas zunächst nur aus dem Blickwinkel der Energiewende, also umweltpoilitisch, betrachtet. Dabei wird der heimische Abbau von Schiefergas, alleine durch die USA, potentiell massive globale, und in Folge auch lokale, geopolitische Veränderungen mit sich bringen. Dr. Kirsten Westphal von der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP erläutert mögliche Folgen in ihrer SWP-Publikation „Nicht konventionelles Öl und Gas – Folgen für das globale Machtgefüge“: Weiterlesen