Klassiker von Seemacht, Technologische Entwicklungen und mögliche zukünftige Formen von Machtprojektion


Ein Aufsatz von Prof. James Holmes, Naval War College, mit dem Titel „The Legacy of Unfinished Revolutions“ in der Oktober Ausgabe 2017 der Proceedings des USNI und seine Aussagen „Submarines, torpedo boats, and aircraft had little place in Corbett ´s or Alfred Thayer Mahan´s scheme of things, in large part because they wrote before those new instruments of war came into their own. Because of this historical accident, the strategic cannon is mostly silent on the subjects of undersea and aerial warfare“ nährt den Verdacht einer gewissen Ignoranz angel-sächsischer Staaten gerade gegenüber französischen Denkern auch zu Beginn der 1930er Jahre. Neben der eher banalen Feststellung, dass U-Boote und Torpedos schon zu Lebzeiten Corbett´s und Mahan´s entwickelt und eingeführt wurden, hätte schon ein Studium der Schriften von Admiral Raoul Castex zu Erkenntnissen geführt, die auch heute von größter Bedeutung sind. Dies gilt umso mehr nach den jüngsten Äußerungen von Präsident Putin zur „Überlegenheit“ neuster russischer Entwicklungen auch für künftige Seekriege.
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Sea Blindness vs. Defence Blindness – Wie spinnt man einen maritimen Erzählfaden? – Oder: Vom Umgang mit unbequemen Themen


Ein Gastbeitrag von Professor Dr. Marcus Albrecht

Sea Blindness – ein brisantes Thema, das uns alle angeht? Gibt man den Begriff bei Google ein, erhält man lediglich rund 6.000 Treffer hierzu; in den Dimensionen des Internets gemessen ist die Thematik demnach vielmehr eine unbedeutende Randerscheinung, den einzelnen Beiträgen folgend thematisch überwiegend „befeuert“ aus der Marine und der Schiffsindustrie. Aber bedeutet das nun, dass „Sea Blindness“ in Wirklichkeit weder ein aktuelles noch ein wichtiges Thema ist, letztlich ein von Interessenvertretern heraufbeschworenes Problem, Lobbyismus? (Den Begriff „Air Blindness“ gibt es zum Beispiel nicht, trotz durchaus ähnlich gelagerter Problematik.) Oder ist die verschwindend geringe Trefferzahl vielmehr ein Beleg dafür, dass „Sea Blindness“ wirklich existiert, (nicht zuletzt auf Grund der fehlenden Wahrnehmung) Gefährdungspotenzial birgt und es tatsächlich Handlungsbedarf gibt (einen maritimen Erzählfaden zu spinnen)? Weiterlesen

Sea Blindness – Wie spinnt man einen maritimen Erzählfaden


von Patrick Mundstock, dem Gewinner unseres Ausatzwettbewerbes:

Mehr als 95 Prozent des weltweiten internationalen Handels verläuft über die Meere und Ozeane dieser Erde. Auf ihnen sind jedes Jahr rund 47.000 Handelsschiffe aus aller Welt unterwegs und transportieren ca. sieben Milliarden Tonnen Wirtschaftsgüter, Tendenz steigend. Immer größer, immer schneller und immer mehr lautet dabei die Devise der Reedereien. Die Häfen werden gigantischer und das Handelsvolumen wächst jedes Jahr. Somit ist die Prosperität nahezu jeder wirtschaftlich handelnden Nation im besonderen Maße von maritimer Sicherheitspolitik abhängig. Und dennoch sieht sich maritime Sicherheit einer so weitreichenden Problematik gegenüber, dass ihr mittlerweile sogar internationale Organisationen wie die Europäische Union und die Vereinten Nationen vollste Aufmerksamkeit zukommen lassen – „Sea Blindness“ in den Köpfen der Bevölkerung. Weiterlesen

Sea Blindness – Wie spinnt man einen maritimen Erzählfaden?



Mit einem Preis sollten die besten Artikel/Arbeiten junger Offiziere bzw. Offiziersanwärter/-innen ausgezeichnet werden, die ihre Erfahrungen, Vorstellungen und Sichtweisen zu diesem Thema reflektieren und die sich besonders für eine Veröffentlichung im MarineForum eignen.An dem Wettbewerb beteiligten sich Marineoffiziere und Offizieranwärter, deren Beiträge bis zum Einsendeschluss im September beim DMI eingingen. Jurymitglieder (zwei Stabsoffiziere des Marinekommandos und zwei Präsidiumsmitglieder des DMI) bewerteten die Aufsätze. Die Beiträge waren dafür anonymisiert. In Abstimmungsrunden wurden die Preisträger ausgewählt.
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Russlands Kanonenbootdiplomatie?


Das „Atlantic Council“ hat in einer online Veröffentlichung die Verlegung zweier russischer Korvetten mit weit reichenden Flugkörpern aus dem Schwarzmeer in die Ostsee thematisiert:

Gunboat Diplomacy: What lies behind the transfer of Russia´s long –range cruise missile ships to the Baltic? “It’s confirmed: two Russian Buyan-M class corvettes of the Black Sea Fleet, armed with Kalibr-NK long-range cruise missiles, have entered the Baltic Sea, despite the fact that the Russian government said they were meant to stay in the Mediterranean.”

Dazu ein Kommentar des ehemaligen Präsidenten des Deutschen Maritimen Instituts, Lutz Feldt, EuroDefense Deutschland. Weiterlesen

Wir haben unser „Maritimes Glossar“ aktualisiert!


Kennen Sie die Abkürzung „VPD“ oder „MERZ“? Wollen Sie wissen, was eine „Ausschließliche Wirtschaftzone“ ist, oder ein „choke point“? In unserem neuen „Maritimen Glossar“ finden Sie Erklärungen zu Begriffen, die im Zusammenhang mit dem Einsatzszenarien der Deutschen Marine häufig genutzt werden. Mit der Zeit soll das Glossar zu einem umfangreichen Nachschlagewerk relevanter maritimer Fachbegriffe anwachsen.

Sie haben Fragen oder vermissen einen Begriff? Dann schreiben Sie uns bitte oder Kommentieren diesen Beitrag und helfen Sie mit, das Glossar zu vergrößern!

 

Attraktivität durch Auftragserfüllung – Auf dem Weg zur Deutschen Marine 2.0


Ein Beitrag von Professor Dr. Marcus Albrecht

Überträgt man das Thema, das der Inspekteur der Marine und der Präsident des DMI für den diesjährigen Aufsatzwettbewerb vorgegeben haben, gedanklich einmal auf die deutsche Wirtschaft, käme man zu einer Formulierung, die beispielsweise „Die BMW Group im Spannungsfeld zwischen Markterfolg und Attraktivität“ lauten könnte. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: In Deutschland käme wohl niemand auf die Idee, einen Gedankenaustausch zu dieser Thematik anzuregen. Die BMW Group ist derzeit Deutschlands attraktivster Arbeitgeber (1) und es gilt unter Absolventen und Fachkräften als besonderes Privileg, bei BMW arbeiten zu dürfen. Und dies, obwohl sich BMW, wie andere Top-Arbeitgeber auch, bei den Einstiegsgehältern durchaus zurückhält, lange Arbeitszeiten (als „Einsatzbereitschaft“ deklariert) zur Tagesordnung gehören und die – zahlreichen – Stationen auf dem Karriereweg einer Führungskraft notwendigerweise, das heißt: vom Unternehmen beabsichtigt, regional sehr weit voneinander entfernt liegen. (2) Jeder Absolvent weiß das und doch wollen alle dorthin. Eine komfortable Position für einen Arbeitgeber bei Marktrahmenbedingungen für das Recruiting, die von Personalexperten gern kurz als „War for Talents“ bezeichnet werden. Weiterlesen