Ein neues Format für das Maritime in Berlin


Das Zentrum von Politik, Strategieentwicklung und Entscheidungsvorbereitung
in Deutschland ist Berlin. Daraus folgt, dass besonders in der Hauptstadt
Informationen zur maritimen Dimension Verantwortungsträgern und deren Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden müssen. Idealerweise geschieht dieses ressort- und fakultätsübergreifend in einem ganzheitlichen Ansatz.

Das Deutsche Maritime Institut (DMI) hat hierfür im Juni 2014 das Maritime Hauptstadtforum (MHF) gegründet und gleich zu Beginn die in Berlin vertretenen maritimen Institutionen und Organisationen, die bis dahin zumeist nur auf ihre eigenen Fach- und Interessenbereiche konzentriert waren, zur Mitarbeit in einem sogenannten Themenbeirat eingeladen. Diese Einladung stieß auf erfreuliche Resonanz und heute gehören Vertreter/innen von zwölf unterschiedlichen Institutionen diesem für die inhaltliche Gestaltung so wichtigen Gremium an. Hierzu gehören neben der Mehrheit an zivilen Institutionen auch die Deutsche Marine und der Deutsche Bundeswehrverband. Weiterlesen

Attraktivität durch Auftragserfüllung – Auf dem Weg zur Deutschen Marine 2.0


Ein Beitrag von Professor Dr. Marcus Albrecht

Überträgt man das Thema, das der Inspekteur der Marine und der Präsident des DMI für den diesjährigen Aufsatzwettbewerb vorgegeben haben, gedanklich einmal auf die deutsche Wirtschaft, käme man zu einer Formulierung, die beispielsweise „Die BMW Group im Spannungsfeld zwischen Markterfolg und Attraktivität“ lauten könnte. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: In Deutschland käme wohl niemand auf die Idee, einen Gedankenaustausch zu dieser Thematik anzuregen. Die BMW Group ist derzeit Deutschlands attraktivster Arbeitgeber (1) und es gilt unter Absolventen und Fachkräften als besonderes Privileg, bei BMW arbeiten zu dürfen. Und dies, obwohl sich BMW, wie andere Top-Arbeitgeber auch, bei den Einstiegsgehältern durchaus zurückhält, lange Arbeitszeiten (als „Einsatzbereitschaft“ deklariert) zur Tagesordnung gehören und die – zahlreichen – Stationen auf dem Karriereweg einer Führungskraft notwendigerweise, das heißt: vom Unternehmen beabsichtigt, regional sehr weit voneinander entfernt liegen. (2) Jeder Absolvent weiß das und doch wollen alle dorthin. Eine komfortable Position für einen Arbeitgeber bei Marktrahmenbedingungen für das Recruiting, die von Personalexperten gern kurz als „War for Talents“ bezeichnet werden. Weiterlesen

Die Marine im Spannungsfeld zwischen Auftragserfüllung und Attraktivität – Ein Aufsatz von Kapitänleutnant Katharina Jens


Mit dem Aufsatz von Kapitänleutnant Katharina Jens, eine der beiden Erstplazierten im Aufsatzwettbewerb des DMI und des Inspekteurs der Marine, setzen wir unsere Publikationsreihe fort:

Die Besucherzahlen der diesjährigen maritimen Veranstaltungen sprechen für sich: Eine Million Gäste verzeichneten sowohl Hanse Sail als auch der Hamburger Hafengeburtstag, 1.2 Millionen Besucher konnte die Sail Bremerhaven verbuchen und als unangefochtener Spitzenreiter hat die Kieler Woche im Jahr 2015 3.8 Millionen Menschen an die Küste locken können. Seefahrt ist also mitnichten unbeliebt und das Element Wasser und die auf ihm zur See fahrende Technik noch immer ein Publikumsmagnet. Die Projektion dieser Begeisterung für die Seefahrt auf die Deutsche Marine allerdings – sie misslingt zuweilen und lässt sich deutlich an den rückläufigen Bewerberzahlen ablesen. Maritimes Flair als Grund für einen Wochenendausflug scheint plausibel – als Beweggrund für die Berufswahl jedoch eher weniger ausschlaggebend. Weiterlesen

Die Marine im Spannungsfeld zwischen Auftragserfüllung und Attraktivität


Wie bereits angekündigt veröffentlichen wir heute den Essay von Oberleutnant zur See der Reserve Helge Adrians, B.A., dessen Ausführungen den dritten Platz im Aufsatzwettbewerb des DMI und der Deutschen Marine belegten:

Die Bundestagswahl 2013 war in mehrfacher Hinsicht eine Überraschung; Nicht nur dass weder CDU/CSU noch SPD es schafften, eine eigene Regierung zu bilden und eine unliebsame Große Koalition eingehen mussten, sondern auch weil die Ministerposten anders vergeben wurden, als von vielen Kommentatoren vorhergesagt und designierten Politikern herbeigewünscht. Verwunderung erregte dabei besonders die Aufstellung von Ursula von der Leyen als zukünftige Bundesministerin der Verteidigung; nach Stationen in sozial geprägten Ressorts auf Landes- und Bundesebene sorgte die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel für viel Erstaunen, die niedersächsische CDU Politikerin künftig als Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt über die Bundeswehr einzusetzen. Weiterlesen