Verschmutzung der Meere und Meeresschutzkonventionen


Ein Gastbeitrag von elementar Analysensysteme

Für den Schutz der Ost- und Nordsee wurden im Laufe der 1970er Jahre die ersten regionalen Meeresschutzübereinkommen in Europa getroffen. Die Gründung der ersten Abkommen geschah unter dem Eindruck eines der ersten großen Öltankerunglücke der Geschichte. Die Torrey Canyon havarierte 1967 mit 120.000 Tonnen Rohöl vor der Küste Englands und führte die Notwendigkeit einer internationalen Zusammenarbeit zum Schutz der Ozeane drastisch vor Augen. Heute sind die beiden Abkommen HELCOM und OSPAR für diese Meeresregionen zuständig. Dem Gewässerschutz sind nicht nur die direkten Anrainerstaaten unterworfen, sondern auch alle Staaten, die durch Tributar-Gewässer indirekt mit Nord- und Ostsee verbunden sind. So ist beispielsweise auch die Schweiz Signatarstaat im OSPAR-Vertrag und mitverantwortlich für den Schutz der Nordsee. Die nicht unfallfreien Chemiewerke am Basler Rheinknie verdeutlichen diese Logik unmittelbar.

Den Bemühungen dieser Übereinkommen und ihrer exekutiven Kommissionen ist es zu verdanken, dass bereits große Fortschritte im Meeresschutz erzielt werden konnten. Aber der Reihe nach. Es gibt verschiedene Stoffklassen, die für die Verschmutzung unserer Meere verantwortlich sind. Einige davon wurden erkannt und durch entsprechende Regelungen eingedämmt. Weiterlesen

Sea Blindness vs. Defence Blindness – Wie spinnt man einen maritimen Erzählfaden? – Oder: Vom Umgang mit unbequemen Themen


Ein Gastbeitrag von Professor Dr. Marcus Albrecht

Sea Blindness – ein brisantes Thema, das uns alle angeht? Gibt man den Begriff bei Google ein, erhält man lediglich rund 6.000 Treffer hierzu; in den Dimensionen des Internets gemessen ist die Thematik demnach vielmehr eine unbedeutende Randerscheinung, den einzelnen Beiträgen folgend thematisch überwiegend „befeuert“ aus der Marine und der Schiffsindustrie. Aber bedeutet das nun, dass „Sea Blindness“ in Wirklichkeit weder ein aktuelles noch ein wichtiges Thema ist, letztlich ein von Interessenvertretern heraufbeschworenes Problem, Lobbyismus? (Den Begriff „Air Blindness“ gibt es zum Beispiel nicht, trotz durchaus ähnlich gelagerter Problematik.) Oder ist die verschwindend geringe Trefferzahl vielmehr ein Beleg dafür, dass „Sea Blindness“ wirklich existiert, (nicht zuletzt auf Grund der fehlenden Wahrnehmung) Gefährdungspotenzial birgt und es tatsächlich Handlungsbedarf gibt (einen maritimen Erzählfaden zu spinnen)? Weiterlesen

Sea Blindness – Wie spinnt man einen maritimen Erzählfaden


von Patrick Mundstock, dem Gewinner unseres Ausatzwettbewerbes:

Mehr als 95 Prozent des weltweiten internationalen Handels verläuft über die Meere und Ozeane dieser Erde. Auf ihnen sind jedes Jahr rund 47.000 Handelsschiffe aus aller Welt unterwegs und transportieren ca. sieben Milliarden Tonnen Wirtschaftsgüter, Tendenz steigend. Immer größer, immer schneller und immer mehr lautet dabei die Devise der Reedereien. Die Häfen werden gigantischer und das Handelsvolumen wächst jedes Jahr. Somit ist die Prosperität nahezu jeder wirtschaftlich handelnden Nation im besonderen Maße von maritimer Sicherheitspolitik abhängig. Und dennoch sieht sich maritime Sicherheit einer so weitreichenden Problematik gegenüber, dass ihr mittlerweile sogar internationale Organisationen wie die Europäische Union und die Vereinten Nationen vollste Aufmerksamkeit zukommen lassen – „Sea Blindness“ in den Köpfen der Bevölkerung. Weiterlesen

Sea Blindness – Wie spinnt man einen maritimen Erzählfaden?



Mit einem Preis sollten die besten Artikel/Arbeiten junger Offiziere bzw. Offiziersanwärter/-innen ausgezeichnet werden, die ihre Erfahrungen, Vorstellungen und Sichtweisen zu diesem Thema reflektieren und die sich besonders für eine Veröffentlichung im MarineForum eignen.An dem Wettbewerb beteiligten sich Marineoffiziere und Offizieranwärter, deren Beiträge bis zum Einsendeschluss im September beim DMI eingingen. Jurymitglieder (zwei Stabsoffiziere des Marinekommandos und zwei Präsidiumsmitglieder des DMI) bewerteten die Aufsätze. Die Beiträge waren dafür anonymisiert. In Abstimmungsrunden wurden die Preisträger ausgewählt.
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Hackerangriffe, Einsatz von Drohnen, Zerstörungen durch Laserwaffen und Railguns sind nur einige Stichworte …


… zu einen interessanten Buch, welches wir Ihnen mit einer Rezension von Heinz Dieter Jopp näher bringen wollen:

Am 11. August 2016 wurde in den USNI News ein sehr interessantes Interview mit dem CNO der U.S. Navy, Admiral Richardson zu „Innovation and the Navy´s Next Fleet“ abgedruckt. Es schließt mit den Worten: „ There´s no shortage of smart people thinking up great thoughts, but if environment isn´t receptive to that good idea it´s just going to be life throwing seed on (Interstate) 95: it´s just going to bake there until it dies, „ Richardson said. „The environment´s got to be fertile to turn those ideas into something real.“

Und man ist geneigt auszurufen: Hier ist solch eine Idee! Zwei sehr kluge Köpfe aus den USA, P.W. Singer und August Cole, haben in ihrem Roman „GHOST FLEET“ eine Geschichte erfunden, wie der nächste Weltkrieg entstehen und ablaufen könnte. Weiterlesen

Der Schiedsspruch in Sachen Philippines vs. China: Von Gewinnern und Verlierern – auf beiden Seiten


Ein Gastbeitrag von Dr. Oliver Daum, Institut für Sicherheitspolitik an der Christian-Albrechts-Univerität zu Kiel

Für den Fall Philippines vs. China bekommt der Permanent Court of Arbitration (dt: Ständiger Schiedsgerichtshof) aus der Fachwelt das Gütesiegel „historisch“ verliehen. Der Schiedsspruch des Gerichtshofes – kein Urteil! – diene nach Ansicht von Völkerrechtsexperten für die nächsten Jahrzehnte als Grundlage zur Klärung wesentlicher seerechtlicher Fragestellungen. Zu Recht, denn der Gerichtshof bezieht Stellung zu Problemen, die die Staatengemeinschaft bislang nicht lösen konnte. Die Philippinen werden als die Gewinner gesehen, doch so einfach ist es nicht. Weiterlesen

Attraktivität durch Auftragserfüllung – Auf dem Weg zur Deutschen Marine 2.0


Ein Beitrag von Professor Dr. Marcus Albrecht

Überträgt man das Thema, das der Inspekteur der Marine und der Präsident des DMI für den diesjährigen Aufsatzwettbewerb vorgegeben haben, gedanklich einmal auf die deutsche Wirtschaft, käme man zu einer Formulierung, die beispielsweise „Die BMW Group im Spannungsfeld zwischen Markterfolg und Attraktivität“ lauten könnte. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: In Deutschland käme wohl niemand auf die Idee, einen Gedankenaustausch zu dieser Thematik anzuregen. Die BMW Group ist derzeit Deutschlands attraktivster Arbeitgeber (1) und es gilt unter Absolventen und Fachkräften als besonderes Privileg, bei BMW arbeiten zu dürfen. Und dies, obwohl sich BMW, wie andere Top-Arbeitgeber auch, bei den Einstiegsgehältern durchaus zurückhält, lange Arbeitszeiten (als „Einsatzbereitschaft“ deklariert) zur Tagesordnung gehören und die – zahlreichen – Stationen auf dem Karriereweg einer Führungskraft notwendigerweise, das heißt: vom Unternehmen beabsichtigt, regional sehr weit voneinander entfernt liegen. (2) Jeder Absolvent weiß das und doch wollen alle dorthin. Eine komfortable Position für einen Arbeitgeber bei Marktrahmenbedingungen für das Recruiting, die von Personalexperten gern kurz als „War for Talents“ bezeichnet werden. Weiterlesen