Seemacht. Ein Begriff wird wiederentdeckt


Seit Monaten diskutieren Experten und Marineoffiziere in der westlichen Welt die Notwendigkeit zur Rückkehr zu den klassischen Marineoperationen wie Überwasserkrieg, Unterwasserkrieg, Minenkrieg, Seekrieg aus der Luft, aber auch Informationskrieg, Cyberkrieg und Elektronische Kriegführung. Dinge, die in den letzten Dekaden beinahe in Vergessenheit geraten sind und von Piraterie Bekämpfung, Rettung von Flüchtlingen aus Seenot oder Hilfe bei Umweltkatastrophen verdrängt wurden. Mit den klassischen Operationen kommen auch wieder Begriffe wie Sea Control und Sea Denial und Wege zu deren Umsetzung zurück in eine in Deutschland kaum stattfindende Diskussion. Weiterlesen


Nobody asked me, but…..

Ein Gastbeitrag von Heinz Dieter Jopp

Die Irritationen über den tatsächlichen Standort der Trägerkampfgruppe um die USS Carl Vinson Anfang April 2017, nachdem US Präsident Trump den Befehl zur Verlegung in die See Räume in Reichweite Nordkoreas gegeben und öffentlich von einer großen Armada sprach, die er zur Abschreckung Nordkoreas entsandt habe, hinterließen in der Öffentlichkeit angesichts der Nordkoreanischen Reaktionen auch die grundsätzliche Frage, ob die aus der Vergangenheit gewohnte abschreckende Wirkung überhaupt noch vorhanden ist. Anders noch als Mitte der 1990er Jahre unter Präsident Clinton, wo Machtprojektion mittels Trägerkampfgruppen ein probates politischen Mittel zur Erzwingung von Wohlverhalten eines politischen Gegners war, muss dies 2017 nicht nur angesichts der (vermeintlichen) Irrationalität des Nordkoreanischen Präsidenten sondern auch technologischer und Waffensystemveränderungen in anderen Konfliktregionen der Welt zunehmend hinterfragt werden. Weiterlesen

Sea Blindness vs. Defence Blindness – Wie spinnt man einen maritimen Erzählfaden? – Oder: Vom Umgang mit unbequemen Themen


Ein Gastbeitrag von Professor Dr. Marcus Albrecht

Sea Blindness – ein brisantes Thema, das uns alle angeht? Gibt man den Begriff bei Google ein, erhält man lediglich rund 6.000 Treffer hierzu; in den Dimensionen des Internets gemessen ist die Thematik demnach vielmehr eine unbedeutende Randerscheinung, den einzelnen Beiträgen folgend thematisch überwiegend „befeuert“ aus der Marine und der Schiffsindustrie. Aber bedeutet das nun, dass „Sea Blindness“ in Wirklichkeit weder ein aktuelles noch ein wichtiges Thema ist, letztlich ein von Interessenvertretern heraufbeschworenes Problem, Lobbyismus? (Den Begriff „Air Blindness“ gibt es zum Beispiel nicht, trotz durchaus ähnlich gelagerter Problematik.) Oder ist die verschwindend geringe Trefferzahl vielmehr ein Beleg dafür, dass „Sea Blindness“ wirklich existiert, (nicht zuletzt auf Grund der fehlenden Wahrnehmung) Gefährdungspotenzial birgt und es tatsächlich Handlungsbedarf gibt (einen maritimen Erzählfaden zu spinnen)? Weiterlesen

Sea Blindness – Wie spinnt man einen maritimen Erzählfaden


von Patrick Mundstock, dem Gewinner unseres Ausatzwettbewerbes:

Mehr als 95 Prozent des weltweiten internationalen Handels verläuft über die Meere und Ozeane dieser Erde. Auf ihnen sind jedes Jahr rund 47.000 Handelsschiffe aus aller Welt unterwegs und transportieren ca. sieben Milliarden Tonnen Wirtschaftsgüter, Tendenz steigend. Immer größer, immer schneller und immer mehr lautet dabei die Devise der Reedereien. Die Häfen werden gigantischer und das Handelsvolumen wächst jedes Jahr. Somit ist die Prosperität nahezu jeder wirtschaftlich handelnden Nation im besonderen Maße von maritimer Sicherheitspolitik abhängig. Und dennoch sieht sich maritime Sicherheit einer so weitreichenden Problematik gegenüber, dass ihr mittlerweile sogar internationale Organisationen wie die Europäische Union und die Vereinten Nationen vollste Aufmerksamkeit zukommen lassen – „Sea Blindness“ in den Köpfen der Bevölkerung. Weiterlesen

Die EU „International Ocean Governance“


Ein Gastbeitrag von Flottillenadmiral Jürgen Ehle

Die globale Ozeanwirtschaft wird auf 1,3 Billionen Euro geschätzt. Klimawandel, Armut und Ernährungssicherheit gehören zu den globalen Herausforderungen, die wirksam angegangen werden können, wenn die Ozeane besser geschützt und nachhaltig bewirtschaftet werden.

Die Kommission und der Europäische Auswärtige Dienst haben am 10. November 2016 eine gemeinsame Mitteilung herausgegeben, in der Maßnahmen für sichere, saubere und nachhaltig bewirtschaftete Ozeane vorgeschlagen werden. Als starker globaler Akteur legt die EU damit eine Agenda für eine bessere Meerespolitik auf der Grundlage eines sektorübergreifenden, auf Regeln beruhenden internationalen Ansatzes fest.

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Russlands Kanonenbootdiplomatie?


Das „Atlantic Council“ hat in einer online Veröffentlichung die Verlegung zweier russischer Korvetten mit weit reichenden Flugkörpern aus dem Schwarzmeer in die Ostsee thematisiert:

Gunboat Diplomacy: What lies behind the transfer of Russia´s long –range cruise missile ships to the Baltic? “It’s confirmed: two Russian Buyan-M class corvettes of the Black Sea Fleet, armed with Kalibr-NK long-range cruise missiles, have entered the Baltic Sea, despite the fact that the Russian government said they were meant to stay in the Mediterranean.”

Dazu ein Kommentar des ehemaligen Präsidenten des Deutschen Maritimen Instituts, Lutz Feldt, EuroDefense Deutschland. Weiterlesen

Hackerangriffe, Einsatz von Drohnen, Zerstörungen durch Laserwaffen und Railguns sind nur einige Stichworte …


… zu einen interessanten Buch, welches wir Ihnen mit einer Rezension von Heinz Dieter Jopp näher bringen wollen:

Am 11. August 2016 wurde in den USNI News ein sehr interessantes Interview mit dem CNO der U.S. Navy, Admiral Richardson zu „Innovation and the Navy´s Next Fleet“ abgedruckt. Es schließt mit den Worten: „ There´s no shortage of smart people thinking up great thoughts, but if environment isn´t receptive to that good idea it´s just going to be life throwing seed on (Interstate) 95: it´s just going to bake there until it dies, „ Richardson said. „The environment´s got to be fertile to turn those ideas into something real.“

Und man ist geneigt auszurufen: Hier ist solch eine Idee! Zwei sehr kluge Köpfe aus den USA, P.W. Singer und August Cole, haben in ihrem Roman „GHOST FLEET“ eine Geschichte erfunden, wie der nächste Weltkrieg entstehen und ablaufen könnte. Weiterlesen