Sea Blindness (Teil 2)


des Aufsatzwettbewerbs des DMI zum Thema Sea Blindness – wie spinnt man einen maritimen Erzählfaden, von Helge Adrians, M.A., Oberleutnant zur See der Reserve

Prolog

Im vergangenen Jahr hat die Anzahl an Menschen, die ohne Registrierung in die Europäische Union (EU) eingereist sind, einen neuen Höchststand erreicht. Illegale Migration ist dadurch zu einem der bestimmenden Themen der europäischen Innen- und Außenpolitik geworden. Bis heute haben die Mitglieder der EU jedoch noch keine Lösung gefunden, wie mit den ganzen Menschen umzugehen ist, die es in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Europa zieht. Statt legale Einreisemöglichkeiten zu schaffen, setzen viele Regierungen auf Abschottung.

Doch auch ohne die Schließung von Grenzen dürfte Europa vielen Migranten wie eine Festung vorkommen. Die meisten Einreisewilligen stammen nämlich aus Afrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten. Von hieraus führen die direktesten Wege über das Mittelmeer. Dieses legt sich jedoch wie ein riesiger Burggraben vor den europäischen Kontinent. Die Distanz zwischen dem Norden und dem Süden mag in der Ägäis geringer sein als zwischen Libyen und Italien. In jedem Fall ist aber eine Seefahrt notwendig, um nach Europa zu gelangen. Damit beginnt nun eine der großen Herausforderungen des aktuellen Migrationsstroms. Weiterlesen