Die EU „International Ocean Governance“


Ein Gastbeitrag von Flottillenadmiral Jürgen Ehle

Die globale Ozeanwirtschaft wird auf 1,3 Billionen Euro geschätzt. Klimawandel, Armut und Ernährungssicherheit gehören zu den globalen Herausforderungen, die wirksam angegangen werden können, wenn die Ozeane besser geschützt und nachhaltig bewirtschaftet werden.

Die Kommission und der Europäische Auswärtige Dienst haben am 10. November 2016 eine gemeinsame Mitteilung herausgegeben, in der Maßnahmen für sichere, saubere und nachhaltig bewirtschaftete Ozeane vorgeschlagen werden. Als starker globaler Akteur legt die EU damit eine Agenda für eine bessere Meerespolitik auf der Grundlage eines sektorübergreifenden, auf Regeln beruhenden internationalen Ansatzes fest.

Weiterlesen

G-7 und die maritime Sicherheit


Als sich am 14. und 15. April die Außenminister der G-7 in Lübeck trafen, überraschten sie mit der Ankündigung, daß zum ersten Mal das Thema maritime Sicherheit auf der Agenda stehen würde. So heißt es in der entsprechenden Abschlußerklärung der Außenminister von Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Vereinigtes Königreich und Vereinigte Staaten:

Weiterlesen

Kommentar: Maritime Sicherheit und die Rolle der Marine


Maritime Sicherheit und die Rolle der Marine
Ein Kommentar von Flottillenadmiral Karsten Schneider

Vor gut fünf Jahren, im Frühjahr 2009, hielt die Entführung der HANSA STAVANGER vor Somalia die deutsche Öffentlichkeit in Atem und beflügelte die Diskussion über die maritime Sicherheit. Dass die Verantwortlichkeiten dafür in Deutschland nicht befriedigend geregelt waren, wusste man spätestens seit der medienwirksamen Havarie der PALLAS im Oktober 1998. Damals kam ein Wirrwarr von Zuständigkeiten und Unzuständigkeiten ans Licht. Die Marine brachte sich mit dem Argument, „die Einen dürfen und können nicht, wir können, aber dürfen nicht“, in die Diskussion ein. Sie plädierte für ein Seesicherheitsgesetz auf Grundlage einer Grundgesetzänderung. Dem standen Positionen aus Schifffahrt und Politik diametral entgegen, dass es aus verschiedenen Gründen keine derartige Rolle der Marine geben solle. Weiterlesen

Über die Bedeutung maritimer Logistik: Es gibt Dinge, die ändern sich nicht


Die Bedeutung der Flüsse und Meere für den globalen Handel und seine Logistik ist seit der Erschliessung der Wasserwege durch den modernen Menschen vor mehreren tausend Jahren bis heute ungebrochen. 95% der Ferngütertransporte weltweit und über 90% des EU-Außen- und 40% des EU-Binnenhandels laufen über See. So wurde fast jedes Gut mindestens ein Mal, bis es an seinen endgültigen Bestimmungsort ankommt, mit einem Schiff transportiert. Der Transport von Waren über See spart Geld, Zeit und macht den Transport selbst politisch unabhängig von Zöllen und Grenzen, stattdessen ist der freie Zugang zum Meer eine strategische Frage. An zwei militärisch geprägten Beispielen möchten wir dies einmal verdeutlichen: Weiterlesen

Von den Global Commons


Assuring access to the Global Commons will be the central challenge of the coming decade.” Dies ist der Kernsatz einer Studie von Major General Mark Barrett, Dick Bedford, Elizabeth Skinner und Eva Vergles. Als global commons werden die Bereiche See, Luft, Weltraum und Cyber definiert. Die Studie wurde im Rahmen des NATO Transformation Commands unter dem Titel Assured Access to the Global Commons verfasst. Wir möchten an dieser Stelle die Aszüge vorstellen, die für einen maritimen Weiterlesen

Eine Seefahrt, die ist…


…lehrreich! Diese Zeilen wurden auf einer RoRo/LoLo (Roll-on/Roll-off bzw. Load-on/Load-off)-Großfähre auf dem Weg von Kiel nach Oslo zu Papier gebracht. Der erste Eindruck in Kiel: Europa mangelt es nicht an einer strategischen Seeverlegefähigkeit! Auf der Fähre, mit der wir unterwegs waren, kann ein verstärktes Bataillon mit schwerem Gerät ohne Mühen verlegt werden – solange ein gesicherter Hafen zum Ausladen am Ende der Fahrt Weiterlesen