Seemacht. Ein Begriff wird wiederentdeckt


Seit Monaten diskutieren Experten und Marineoffiziere in der westlichen Welt die Notwendigkeit zur Rückkehr zu den klassischen Marineoperationen wie Überwasserkrieg, Unterwasserkrieg, Minenkrieg, Seekrieg aus der Luft, aber auch Informationskrieg, Cyberkrieg und Elektronische Kriegführung. Dinge, die in den letzten Dekaden beinahe in Vergessenheit geraten sind und von Piraterie Bekämpfung, Rettung von Flüchtlingen aus Seenot oder Hilfe bei Umweltkatastrophen verdrängt wurden. Mit den klassischen Operationen kommen auch wieder Begriffe wie Sea Control und Sea Denial und Wege zu deren Umsetzung zurück in eine in Deutschland kaum stattfindende Diskussion. Weiterlesen

Es geht weiter: US-Analyse zur Ostseeregion sieht die schwedisch-amerikanische Zusammenarbeit als zentral, erwähnt mit keinem Wort Deutschland


Zur Erinnerung: Am 14.10.16 meldete die Online-Ausgabe der US-Zeitschrift „Defense News“ dass sich Polen für sein zukünftiges U-Bootprogramm der ORKA-Klasse „most likely“ für den neuen schwedischen Typ A26 entschieden habe und mit der Werft Saab-Kockums einen Bauvertrag im Umfang von 2,6 Mrd USD für drei Einheiten abschließen wolle. Schlechte Nachrichten für die deutschen und französischen Wettbewerber um den lukrativen Auftrag…

Die Website des renommierten amerikanischen Instituts „Atlantic Council“ ( http://www.atlanticcouncil.org/ ) setzt nun mit einem umfangreichen Beitrag zur Ostseeregion fort, worauf „Meerverstehen“ bereits am 19. August 2016 mit der Vorstellung der Studie des ebenfalls amerikanischen Think-Tanks CSIS zum Unterwasserseekrieg in Nordeuropa aufmerksam machte:

Die konsequente Ausblendung Deutschlands, seiner Streitkräfte und seiner Rüstungsindustrie hinsichtlich der strategischen Lage in der Ostseeregion. Weiterlesen

Neue US-Studie zum Unterwasserseekrieg in Nordeuropa – Ein Weckruf ohne deutschen Beitrag


Im Juli 2016 veröffentlichte das renommierte, von Admiral Arleigh Burke gegründete „Center for Strategic International Studies“ (CSIS) in Washington D.C. die Studie „Undersea Warfare in Northern Europe„. Herunterladen und Lektüre der knapp 50 seitigen Arbeit lohnen den Zeitaufwand. Der aufmerksame Leser erfährt in den Danksagungen, dass „Experten aus Finnland, Polen, Schweden, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten“ und ihre entsprechenden nationalen Institute maßgeblich zum Ergebnis beigetragen haben. Ein abschließender Dank ist dem Sponsor der Studie, „Saab North America“ gewidmet und das Autorenteam bringt seine tiefe Wertschätzung für Saabs Respekt vor der intellektuellen Unabhängigkeit [des Teams] zum Ausdruck. Weiterlesen

Sicherheit im Ostseeraum


Das britische Verteidigungsministerium hat unlängst im Auftrag der schwedischen Regierung eine interessante Studie zu den Herausforderungen an die Sicherheit im Ostseeraum veröffentlicht.

Das „Development, Concepts and Doctrine Centre“ des britischen Verteidigungsministeriums kommt, nach zahlreichen Interviews und Beiträgen von Experten ziviler und militärischer Bereiche der Ostseeanrainer zu dem Schluss, dass der Ostseeraum unverändert strategische Bedeutung für ganz Europa habe.

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Nach der Krim: Maritime Herausforderung Ostsee?


Die folgende Karte hat vor einiger Zeit in einigen englisch-sprachigen Medien die Runde gemacht, und sollte unter Anderem die maritime Bedeutung der aktuellen Krise zwischen der Ukraine und Russland aufzeigen:

MapUkraine

Quelle: The Washington Post/Royal United Services Institute.

Wir glauben, dass sich die maritime Bedeutung der Krim für Russland nicht in den Öl- und Gasfeldern des Asowsche Meeres erschöpft, sondern der Krim als Basis um maritime Interessen ins Schwarze Meer und darüber hinaus projizieren zu können. In der Zwischenzeit wurde die Lieferung der zwei Mistral Hubschrauberträger durch Frankreich an Russland auf Eis gelegt. Einer der beiden Träger, die Sewastopol, war für den Einsatz in und ausserhalb des Schwarzen Meeres bestimmt. Inwiefern die Schiffe europäischen Nutzern zugefügt werden könnten, bleibt offen. Weiterlesen

Deutsche Marine bündelt Kräfte im Seebataillon


Die Deutsche Marine bündelt ihre infanteristischen Kräfte in einem neuen, aber in der Geschichte bereits dagewesenen Verband! In Folge der 2010 beschloßenen Neuausrichtung der Bundeswehr werden ab dem 1. April 2014 die spezialisierten Infanteriekräfte der Deutschen Marine in einem Seebataillon zusammengefaßt. Konkret geht es um die Marineschutzkräfte, die Boardingkräfte sowie die Minentaucher, Stützpunkt wird Eckernförde. Weiterlesen

Von der Krim an die Ostsee


Die Krim-Krise ist in vollem Gange, ein Ende zunächst nicht in Sicht. Während Russland sich tatsächlich in der Defensive sieht und den Verlust ureigenster Interessen zu verhindern sucht, ist der Westen über das aggressive und freche Vorgehen befremdet.
Eine Lösung, in welcher die Halbinsel bei der Ukraine verbleibt, scheint unwahrscheinlich.

Klar ist, dass sich das Sicherheitsbedürfnis in Europa erneut an Russland ausrichten wird. Dies wird Konsequenzen für die europäische Sicherheitsarchitektur haben, und es wird Konsequenzen für einen maritimen Raum haben, an den auch Deutschland angeschlossen ist: die Ostsee. Weiterlesen