Seekrieg aus der Luft – reloaded?


Durch den Blätterwald rauschen Auszüge aus den „Vorläufigen konzeptionellen Vorgaben für das künftige Fähigkeitsprofil der Bundeswehr“, das bis 2032 gegenüber der NATO eingenommen werden soll (F.A.Z. PLUS Beitrag „Bis zu den Sternen“ vom 18. April). Es handelt sich um eine nicht verbindliche Absichtserklärung; nichtdestotrotz führt sie zu einer – berechtigten – Erwartungshaltung im Bündnis. Für den Beitrag der Marine ist unter anderem Folgendes zu vernehmen (Unsere Hervorhebung): „Zeitgleiches Bereitstellen von mindestens 15 schwimmenden Plattformen inklusive Unterstützungseinheiten über alle „Maritime Warfare Areas“ (dreidimensionaler Seekrieg) und zusätzlich von zwei Seefernaufklärern für eine Naval Task Force mit höchster/hoher Reaktionsfähigkeit. … Befähigung zum Kampf im gesamten Intensitätsspektrum, Fortschreibung der Befähigung zur dreidimensionalen Seekriegführung mit der Erweiterung auf die Nutzung des Cyber- und Weltraums und der Wiederherstellung der Befähigung zum Führen Seekrieg aus der Luft.

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Australien & die U-Boote


Am 26. April 2016 wurde bekannt, dass die französische Werft DCNS den Zuschlag für den Bau von 12 U-Boote für die australische Marine im Wert von rund 35 Milliarden Euro erhalten habe. Die australische Entscheidung hat bei Beobachtern und Kennern der Materie Überraschung hervorgerufen – mit einem Sieg des französischen Angebotes hat eigentlich niemand wirklich gerechnet. Welche Gründe auch immer am Ende ausschlaggebend waren, der australische U-Boot Deal kann weitreichende Folgen für die europäische Schiffsbauindustrie haben. Weiterlesen

Unter Wasser – Über Rüstungs- und andere Kernkompetenzen


Derzeit sorgt in der deutschen Wehr-Community eine Folie mit dem Titel „Diskussionsvorschlag Schlüsseltechnologien BMVg“ aus dem Verteidigungsministerium für Aufsehen, in der Schlüsseltechnologien definiert wurden, die als deutsche Kernkompetenzen der Rüstungsindustrie zu erhalten seien. Dazu gehörten Technologien zur vernetzten Operationsführung und Verschlüsselung, die Sensorik bei Aufklärungssystemen wie etwa der Drohne Euro Hawk und Schutzausrüstung. U-Boote, Handfeuerwaffen und gepanzerte Fahrzeuge gehörten nicht dazu. Hier sei Deutschland zwar Weltmarktführer,  doch man brauche diese Technologien nicht zwingend, um wehrtechnisch unabhängig vom Ausland zu bleiben.

Mit anderen Worten: Das BMVg betrachtet die Unterwasserkompetenz der hiesigen Industrie nicht (mehr) als Schlüsseltechnologie, die es exklusiv und aus Prinzip in Deutschland zu produzieren und zu beschaffen gilt. Dies betrifft konkret den U-Boot-Bau sowie wie die Systeme Torpedos, Unterwasserdronen, Mine und Minenjagd. Weiterlesen