Sea Blindness (Teil 2)


des Aufsatzwettbewerbs des DMI zum Thema Sea Blindness – wie spinnt man einen maritimen Erzählfaden, von Helge Adrians, M.A., Oberleutnant zur See der Reserve

Prolog

Im vergangenen Jahr hat die Anzahl an Menschen, die ohne Registrierung in die Europäische Union (EU) eingereist sind, einen neuen Höchststand erreicht. Illegale Migration ist dadurch zu einem der bestimmenden Themen der europäischen Innen- und Außenpolitik geworden. Bis heute haben die Mitglieder der EU jedoch noch keine Lösung gefunden, wie mit den ganzen Menschen umzugehen ist, die es in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Europa zieht. Statt legale Einreisemöglichkeiten zu schaffen, setzen viele Regierungen auf Abschottung.

Doch auch ohne die Schließung von Grenzen dürfte Europa vielen Migranten wie eine Festung vorkommen. Die meisten Einreisewilligen stammen nämlich aus Afrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten. Von hieraus führen die direktesten Wege über das Mittelmeer. Dieses legt sich jedoch wie ein riesiger Burggraben vor den europäischen Kontinent. Die Distanz zwischen dem Norden und dem Süden mag in der Ägäis geringer sein als zwischen Libyen und Italien. In jedem Fall ist aber eine Seefahrt notwendig, um nach Europa zu gelangen. Damit beginnt nun eine der großen Herausforderungen des aktuellen Migrationsstroms. Weiterlesen

Sea Blindness – Wie spinnt man einen maritimen Erzählfaden?



Mit einem Preis sollten die besten Artikel/Arbeiten junger Offiziere bzw. Offiziersanwärter/-innen ausgezeichnet werden, die ihre Erfahrungen, Vorstellungen und Sichtweisen zu diesem Thema reflektieren und die sich besonders für eine Veröffentlichung im MarineForum eignen.An dem Wettbewerb beteiligten sich Marineoffiziere und Offizieranwärter, deren Beiträge bis zum Einsendeschluss im September beim DMI eingingen. Jurymitglieder (zwei Stabsoffiziere des Marinekommandos und zwei Präsidiumsmitglieder des DMI) bewerteten die Aufsätze. Die Beiträge waren dafür anonymisiert. In Abstimmungsrunden wurden die Preisträger ausgewählt.
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„Sea Blindness – Wie man einen strategischen Erzählfaden spinnt“


Länder wie die Slowakei, Ungarn oder auch Tschechien teilen ein Schicksal: Sie alle haben keinen freien Zugang zum Meer. Damit fehlt es diesen Staaten allein aus geographischen Gründen an etwas, worüber die meisten europäischen Nachbarn ganz selbstverständlich seit Jahrhunderten verfügen und wovon sie in vielerlei Hinsicht profitieren.

Denken wir nur an Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Portugal, Niederlande, Belgien, Griechenland, Polen, das Baltikum, Großbritannien oder auch die skandinavischen Länder. Der freie Seezugang prägt das Selbstverständnis der klassischen Seefahrernationen. Er beeinflusst das Bewusstsein der Menschen, inspiriert zu unternehmerischen Handeln und findet Ausdruck in Kunst, Literatur und Musik. Der freie Zugang zum Meer wirkt aber auch auf staatliches Handeln und formt nicht zu Letzt sicherheitspolitische Strategien. Weiterlesen

Haben wir tatsächlich ein maritimes Problem…


…oder ist die Vernachlässigung des Maritimen in Gesellschaft und Politik, besser bekannt als Sea Blindness, nicht doch nur Teil eines ganz anderen Problems? Dazu möchten wir an anderer Stelle nochmal nachdenken, etwas anderes ist uns nämlich auch aufgefallen: Das Maritime mag unterrepträsentiert sein, aber in nicht unwesentlichen Teilen der Gesellschaft ist zumindest ein Grundrest und Grundverständnis geblieben und findet auch seinen Ausdruck – auch wenn der klassische Kieler Matrosenanzug längst ausgedient hat. Dafür hat das Maritime und seine Folklore auch jenseits der Küste seinen Platz! Weiterlesen

BlooPlanet – Meer verstehen auf Französisch


Am 15. Oktober 2012 ist das neue maritime soziale Netzwerk BlooPlanet.com online gegangen: „BlooPlanet is a new place to share information and discuss anything related to the sea.“ Das Konzept von BlooPlanet ist, das Wissen um die maritimen Räume durch die Vernetzung aller möglichen maritimen Inhalte auf der Ebene von sozialen Medien und Netzwerken zu erweitern und zu stärken. Benutzer können sich anmelden und zu maritimen Themen Beiträge verfassen, Links und Videos teilen und diese Kommentieren. Gegründet und getragen wird BlooPlanet von DCNS, der halbstaatlichen französischen Marinewerft. Weiterlesen

Sea Blindness – Aus den Augen aus dem Sinn


Was uns bei Meer Verstehen immer wieder auffällt, ist die sogenannte Sea Blindness in Politik und Gesellschaft – aus den Augen aus dem Sinn! Es fehlt das Gespür, und leider oft auch das Interesse, für maritime Zusammenhänge und ihre Bedeutung für unsere Wirtschaft und letztendlich unsere Gesellschaft. Umso interessierter haben wir folgendes Zitat aus der Wochenzeitung Die Zeit vom 27. September aufgenommen:

Als Angela Merkel vor einiger Zeit gefragt wurde, um welches Thema sie sich kümmern würde, wenn es die Euro-Krise nicht gäbe, nannte sie spontan die Fischerei- und Meerespolitik. Ihre Zuhörer waren erstaunt, gibt es doch kaum ein Politikfeld, das im Berliner Regierungsviertel als unwichtiger gilt. Merkel sieht das anders:“Über die Meere Weiterlesen