„Sea Blindness – Wie man einen strategischen Erzählfaden spinnt“


Länder wie die Slowakei, Ungarn oder auch Tschechien teilen ein Schicksal: Sie alle haben keinen freien Zugang zum Meer. Damit fehlt es diesen Staaten allein aus geographischen Gründen an etwas, worüber die meisten europäischen Nachbarn ganz selbstverständlich seit Jahrhunderten verfügen und wovon sie in vielerlei Hinsicht profitieren.

Denken wir nur an Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Portugal, Niederlande, Belgien, Griechenland, Polen, das Baltikum, Großbritannien oder auch die skandinavischen Länder. Der freie Seezugang prägt das Selbstverständnis der klassischen Seefahrernationen. Er beeinflusst das Bewusstsein der Menschen, inspiriert zu unternehmerischen Handeln und findet Ausdruck in Kunst, Literatur und Musik. Der freie Zugang zum Meer wirkt aber auch auf staatliches Handeln und formt nicht zu Letzt sicherheitspolitische Strategien. Weiterlesen

Neue US-Studie zum Unterwasserseekrieg in Nordeuropa – Ein Weckruf ohne deutschen Beitrag


Im Juli 2016 veröffentlichte das renommierte, von Admiral Arleigh Burke gegründete „Center for Strategic International Studies“ (CSIS) in Washington D.C. die Studie „Undersea Warfare in Northern Europe„. Herunterladen und Lektüre der knapp 50 seitigen Arbeit lohnen den Zeitaufwand. Der aufmerksame Leser erfährt in den Danksagungen, dass „Experten aus Finnland, Polen, Schweden, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten“ und ihre entsprechenden nationalen Institute maßgeblich zum Ergebnis beigetragen haben. Ein abschließender Dank ist dem Sponsor der Studie, „Saab North America“ gewidmet und das Autorenteam bringt seine tiefe Wertschätzung für Saabs Respekt vor der intellektuellen Unabhängigkeit [des Teams] zum Ausdruck. Weiterlesen

Dr. Sarah Kirchberger „Assessing China’s Naval Power. Technological Innovation, Economic Constraints, and Strategic Implications“


Passend zu unsererm vorherigen Thema freuen wir uns, Ihnen heute eine Rezension des Buches „Assessing China’s Naval Power. Technological Innovation, Economic Constraints, and Strategic Implications“ von Dr. Sarah Kirchberger zur Lektüre empfehlen zu können. Ein Beitrag von Heinz Dieter Jopp:

Nicht erst seit dem Schiedsspruch des Ständigen Schiedsgerichtshofs in Den Haag zum Streitfall der Philippinen gegen China um Felsen und Atolle im Südchinesischen Meer wurden die Augen der Öffentlichkeit auf eine Konfliktregion gelenkt, die vom Streit um Fischereirechte, der möglichen Ausbeutung von vermuteten Bodenschätzen auf dem Boden der Meere und in deren Folge von militärischen Aufrüstungsmaßnahmen geprägt ist. Dabei wird unser westliches Bild vielfach von Betrachtungen in den USA geprägt. Weiterlesen

Der Schiedsspruch in Sachen Philippines vs. China: Von Gewinnern und Verlierern – auf beiden Seiten


Ein Gastbeitrag von Dr. Oliver Daum, Institut für Sicherheitspolitik an der Christian-Albrechts-Univerität zu Kiel

Für den Fall Philippines vs. China bekommt der Permanent Court of Arbitration (dt: Ständiger Schiedsgerichtshof) aus der Fachwelt das Gütesiegel „historisch“ verliehen. Der Schiedsspruch des Gerichtshofes – kein Urteil! – diene nach Ansicht von Völkerrechtsexperten für die nächsten Jahrzehnte als Grundlage zur Klärung wesentlicher seerechtlicher Fragestellungen. Zu Recht, denn der Gerichtshof bezieht Stellung zu Problemen, die die Staatengemeinschaft bislang nicht lösen konnte. Die Philippinen werden als die Gewinner gesehen, doch so einfach ist es nicht. Weiterlesen

Resilienz – Robustheit auch zur See!


Wir lesen in der sicherheitspolitischen Diskussion immer häufiger das Wort Resilienz und haben dem Wort und seiner Bedeutung nachgespürt. Außerdem möchte „Meer verstehen“ wissen, was dieses Konzept auf See bedeutet.

Der Begriff Resilienz stammt aus den Sozialwissenschaften und bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, nach Störungen wieder in sein Gleichgewicht zurückzufinden. Sicherheitspolitisch steht Resilienz für die Robustheit und Störresistenz von Staat und Gesellschaft.

Das bisherige Sicherheitskonzept des Westens zielte darauf ab, Risiken und Bedrohungen auf Distanz zu halten. Deutschland am Hindukusch zu verteidigen, war eines der Schlagwörter. Islamistischer Terror im Nahen Osten und hybride Kriegführung in Europa haben gezeigt, dass das nicht immer gelingt. Die westlichen Gesellschaften müssen sich stärker als früher darauf einstellen, dass Terror und Gefahr ihre Bürger und ihr Staatsgebiet treffen. Weiterlesen

Moskau bricht das Eis


Am 26. Juli, dem Tag der Russischen Marine, verkündete Präsident Vladimir Putin in Kaliningrad die neue Marinedoktrin seines Landes. Diese besagt, dass Russland Kooperationen mit Indien und China im indischen bzw. pazifischen Ozean eingehen möchte, gleichzeitig seine maritime Präsenz im Atlantik verstärken und territoriale Ansprüche in der Arktis durchsetzen will. Zu diesem Zweck soll eine Flotte neuer, atombetriebener Eisbrecher auf Kiel gelegt werden, das erste Schiff soll bereits 2017 in Dienst gestellt werden. Weiterlesen

Warum Elbvertiefung & Globalisierung zusammengehören


„Kapitän hält Elbvertiefung für unverzichtbar
Die umstrittene Elbvertiefung ist nach Ansicht des Kapitäns des derzeit weltgrößten Containerschiffs unbedingt erforderlich. „Die Hamburger Elbe muss dringend vertieft und verbreitert werden. Wir benötigen acht Stunden, um im Hafen anzukommen. Das bringt die Dinge ins Stocken“, sagte Zlatko Kapovic, einer der beiden Kapitäne der „Alexander von Humboldt“, heute in Hamburg. Der 396 m lange Frachter der französischen Reederei Weiterlesen