Seemacht. Ein Begriff wird wiederentdeckt


Seit Monaten diskutieren Experten und Marineoffiziere in der westlichen Welt die Notwendigkeit zur Rückkehr zu den klassischen Marineoperationen wie Überwasserkrieg, Unterwasserkrieg, Minenkrieg, Seekrieg aus der Luft, aber auch Informationskrieg, Cyberkrieg und Elektronische Kriegführung. Dinge, die in den letzten Dekaden beinahe in Vergessenheit geraten sind und von Piraterie Bekämpfung, Rettung von Flüchtlingen aus Seenot oder Hilfe bei Umweltkatastrophen verdrängt wurden. Mit den klassischen Operationen kommen auch wieder Begriffe wie Sea Control und Sea Denial und Wege zu deren Umsetzung zurück in eine in Deutschland kaum stattfindende Diskussion. Weiterlesen

50 Bücher für den Erfolg


Haben Sie schon Ihre Urlaubskoffer gepackt und sich die 50 (Fünfzig!) wichtigsten Bücher für die entspannte Lektüre am Strand oder in den Bergen eingepackt?  Wie gut, dass es Bücher über Bücher gibt; lassen Sie also andere für Sie lesen. James Stavridis, 12. Dekan der Fletcher School of Law and Diplomacy, und ehemaliger Oberbefehlshaber der U.S. Streitkräfte in Europa, geht der Frage nach, ob man als „Leader“ geboren würde oder gemacht werde. Auch wenn er darauf keine abschließende und umfassende Antwort gibt, konstatiert er doch, dass Bildung für einen Menschen in leitender Funktion nicht schaden könne und dass Lesen von Büchern und die Reflektion über das Gelesene ein Lernprozess sei, der den Leser beruflich und auch privat in die richtige Richtung bringe. Weiterlesen

Trudering und das Maritime


Die Bundeskanzelerin hat Ende Mai im bayerischen Trudering große Aufmerksamkeit diesseits und jenseits des Atlantiks erregt. Sie stellte mit Bezug auf die USA fest: „Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei. Das habe ich in den letzten Tagen erlebt.“ Ihr Fazit lautete: „Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in unsere eigene Hand nehmen.“ Damit meinte sie EU-Europa ohne Großbritannien. Die Debatte in Deutschland war heftig und konzentrierte sich vor allem auf das 2%-Ziel der NATO für die nationalen Verteidigungsausgaben. „Meer verstehen“ schaut jetzt genauer hin, was diese neue Lage konkret für Seestreitkräfte bedeutet.

Voranzuschicken ist, dass die USA weiterhin Verbündete in der NATO bleiben, auch wenn sich ihr Präsident erst in einem zweiten Anlauf beim Besuch des rumänischen Präsidenten ausdrücklich zu den Verpflichtungen nach Artikel 5 des NATO-Vertrages bekennen mochte. Gleiches gilt für Großbritannien. Für die EU geht es also nicht darum, in Konkurrenz zur NATO eine eigene Verteidigungsfähigkeit aufzubauen. Vielmehr muss sie ihre militärische Handlungsfähigkeit verbessern, um nicht selbst für kleinere Operationen auf Mittel der NATO und insbesondere der USA angewiesen zu sein. Dadurch versetzt sie sich im übrigen gleichzeitig in die Lage, einen stärkeren Beitrag zur gemeinsamen Verteidigung in der NATO zu leisten. Weiterlesen

Es geht weiter: US-Analyse zur Ostseeregion sieht die schwedisch-amerikanische Zusammenarbeit als zentral, erwähnt mit keinem Wort Deutschland


Zur Erinnerung: Am 14.10.16 meldete die Online-Ausgabe der US-Zeitschrift „Defense News“ dass sich Polen für sein zukünftiges U-Bootprogramm der ORKA-Klasse „most likely“ für den neuen schwedischen Typ A26 entschieden habe und mit der Werft Saab-Kockums einen Bauvertrag im Umfang von 2,6 Mrd USD für drei Einheiten abschließen wolle. Schlechte Nachrichten für die deutschen und französischen Wettbewerber um den lukrativen Auftrag…

Die Website des renommierten amerikanischen Instituts „Atlantic Council“ ( http://www.atlanticcouncil.org/ ) setzt nun mit einem umfangreichen Beitrag zur Ostseeregion fort, worauf „Meerverstehen“ bereits am 19. August 2016 mit der Vorstellung der Studie des ebenfalls amerikanischen Think-Tanks CSIS zum Unterwasserseekrieg in Nordeuropa aufmerksam machte:

Die konsequente Ausblendung Deutschlands, seiner Streitkräfte und seiner Rüstungsindustrie hinsichtlich der strategischen Lage in der Ostseeregion. Weiterlesen

Hackerangriffe, Einsatz von Drohnen, Zerstörungen durch Laserwaffen und Railguns sind nur einige Stichworte …


… zu einen interessanten Buch, welches wir Ihnen mit einer Rezension von Heinz Dieter Jopp näher bringen wollen:

Am 11. August 2016 wurde in den USNI News ein sehr interessantes Interview mit dem CNO der U.S. Navy, Admiral Richardson zu „Innovation and the Navy´s Next Fleet“ abgedruckt. Es schließt mit den Worten: „ There´s no shortage of smart people thinking up great thoughts, but if environment isn´t receptive to that good idea it´s just going to be life throwing seed on (Interstate) 95: it´s just going to bake there until it dies, „ Richardson said. „The environment´s got to be fertile to turn those ideas into something real.“

Und man ist geneigt auszurufen: Hier ist solch eine Idee! Zwei sehr kluge Köpfe aus den USA, P.W. Singer und August Cole, haben in ihrem Roman „GHOST FLEET“ eine Geschichte erfunden, wie der nächste Weltkrieg entstehen und ablaufen könnte. Weiterlesen

Neue US-Studie zum Unterwasserseekrieg in Nordeuropa – Ein Weckruf ohne deutschen Beitrag


Im Juli 2016 veröffentlichte das renommierte, von Admiral Arleigh Burke gegründete „Center for Strategic International Studies“ (CSIS) in Washington D.C. die Studie „Undersea Warfare in Northern Europe„. Herunterladen und Lektüre der knapp 50 seitigen Arbeit lohnen den Zeitaufwand. Der aufmerksame Leser erfährt in den Danksagungen, dass „Experten aus Finnland, Polen, Schweden, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten“ und ihre entsprechenden nationalen Institute maßgeblich zum Ergebnis beigetragen haben. Ein abschließender Dank ist dem Sponsor der Studie, „Saab North America“ gewidmet und das Autorenteam bringt seine tiefe Wertschätzung für Saabs Respekt vor der intellektuellen Unabhängigkeit [des Teams] zum Ausdruck. Weiterlesen

Dr. Sarah Kirchberger „Assessing China’s Naval Power. Technological Innovation, Economic Constraints, and Strategic Implications“


Passend zu unsererm vorherigen Thema freuen wir uns, Ihnen heute eine Rezension des Buches „Assessing China’s Naval Power. Technological Innovation, Economic Constraints, and Strategic Implications“ von Dr. Sarah Kirchberger zur Lektüre empfehlen zu können. Ein Beitrag von Heinz Dieter Jopp:

Nicht erst seit dem Schiedsspruch des Ständigen Schiedsgerichtshofs in Den Haag zum Streitfall der Philippinen gegen China um Felsen und Atolle im Südchinesischen Meer wurden die Augen der Öffentlichkeit auf eine Konfliktregion gelenkt, die vom Streit um Fischereirechte, der möglichen Ausbeutung von vermuteten Bodenschätzen auf dem Boden der Meere und in deren Folge von militärischen Aufrüstungsmaßnahmen geprägt ist. Dabei wird unser westliches Bild vielfach von Betrachtungen in den USA geprägt. Weiterlesen