Die EU „International Ocean Governance“


Ein Gastbeitrag von Flottillenadmiral Jürgen Ehle

Die globale Ozeanwirtschaft wird auf 1,3 Billionen Euro geschätzt. Klimawandel, Armut und Ernährungssicherheit gehören zu den globalen Herausforderungen, die wirksam angegangen werden können, wenn die Ozeane besser geschützt und nachhaltig bewirtschaftet werden.

Die Kommission und der Europäische Auswärtige Dienst haben am 10. November 2016 eine gemeinsame Mitteilung herausgegeben, in der Maßnahmen für sichere, saubere und nachhaltig bewirtschaftete Ozeane vorgeschlagen werden. Als starker globaler Akteur legt die EU damit eine Agenda für eine bessere Meerespolitik auf der Grundlage eines sektorübergreifenden, auf Regeln beruhenden internationalen Ansatzes fest.

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„Talents for Maritime 2016“ – eine Übersicht zu maritimen Berufen


Wir haben unsere Seite Maritime Studien & Wissenschaftliches um den Link zur Publikation „Talents for Maritime 2016“, herausgegeben von Schiff & Hafen und THB der DVV Media Group zusammen mit dem Maritimen Cluster Norddeutschland, erweitert.

Hier ist eine sinnvolle Übersicht für den maritimen Nachwuchs entstanden, dazu eine leicht verständliche Einordnung der globalen und nationalen Bedeutung der maritimen Wirtschaft.  Die Spannweite maritim relevanter Berufe ist beeindruckend, es ist tatsächlich für jeden etwas dabei.

Download von „Talents for Maritime 2016“ als PDF.

Neue US-Studie zum Unterwasserseekrieg in Nordeuropa – Ein Weckruf ohne deutschen Beitrag


Im Juli 2016 veröffentlichte das renommierte, von Admiral Arleigh Burke gegründete „Center for Strategic International Studies“ (CSIS) in Washington D.C. die Studie „Undersea Warfare in Northern Europe„. Herunterladen und Lektüre der knapp 50 seitigen Arbeit lohnen den Zeitaufwand. Der aufmerksame Leser erfährt in den Danksagungen, dass „Experten aus Finnland, Polen, Schweden, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten“ und ihre entsprechenden nationalen Institute maßgeblich zum Ergebnis beigetragen haben. Ein abschließender Dank ist dem Sponsor der Studie, „Saab North America“ gewidmet und das Autorenteam bringt seine tiefe Wertschätzung für Saabs Respekt vor der intellektuellen Unabhängigkeit [des Teams] zum Ausdruck. Weiterlesen

Der Schiedsspruch in Sachen Philippines vs. China: Von Gewinnern und Verlierern – auf beiden Seiten


Ein Gastbeitrag von Dr. Oliver Daum, Institut für Sicherheitspolitik an der Christian-Albrechts-Univerität zu Kiel

Für den Fall Philippines vs. China bekommt der Permanent Court of Arbitration (dt: Ständiger Schiedsgerichtshof) aus der Fachwelt das Gütesiegel „historisch“ verliehen. Der Schiedsspruch des Gerichtshofes – kein Urteil! – diene nach Ansicht von Völkerrechtsexperten für die nächsten Jahrzehnte als Grundlage zur Klärung wesentlicher seerechtlicher Fragestellungen. Zu Recht, denn der Gerichtshof bezieht Stellung zu Problemen, die die Staatengemeinschaft bislang nicht lösen konnte. Die Philippinen werden als die Gewinner gesehen, doch so einfach ist es nicht. Weiterlesen

Niedriger Ölpreis verändert globale Schiffsrouten


Der Ölpreis auf dem internationalen Markt hat verschiedene Effekte auf die globale Wirtschaft – einer davon ist, dass es anscheinend günstiger für den kommerziellen Schiffsverkehr ist, den Umweg um Afrika herum als den Suezkanal zu nehmen.

Die Fertigstellung des Suezkanals war eine Herkules-Aufgabe und sollte bis zu seiner Eröffnung 20 Jahre dauern sowie die Arbeitskraft von über 1,5 Millionen Arbeitern benötigen. Als er denn endlich in Betrieb war, verkürzte sich die Reisezeit von Europa nach Asien nunmehr durch das Mittelmeer anstatt um Afrika herum um mehrere Wochen; seinerzeit eine Revolution für den globalen Handel. Seine weltwirtschaftliche und strategische Bedeutung hat der Suezkanal über das 19. und 20. Jahrhundert bis heute wahren können. Nun ist es anscheinend ökonomischer, ihn zu ignorieren. Weiterlesen

Attraktivität durch Auftragserfüllung – Auf dem Weg zur Deutschen Marine 2.0


Ein Beitrag von Professor Dr. Marcus Albrecht

Überträgt man das Thema, das der Inspekteur der Marine und der Präsident des DMI für den diesjährigen Aufsatzwettbewerb vorgegeben haben, gedanklich einmal auf die deutsche Wirtschaft, käme man zu einer Formulierung, die beispielsweise „Die BMW Group im Spannungsfeld zwischen Markterfolg und Attraktivität“ lauten könnte. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: In Deutschland käme wohl niemand auf die Idee, einen Gedankenaustausch zu dieser Thematik anzuregen. Die BMW Group ist derzeit Deutschlands attraktivster Arbeitgeber (1) und es gilt unter Absolventen und Fachkräften als besonderes Privileg, bei BMW arbeiten zu dürfen. Und dies, obwohl sich BMW, wie andere Top-Arbeitgeber auch, bei den Einstiegsgehältern durchaus zurückhält, lange Arbeitszeiten (als „Einsatzbereitschaft“ deklariert) zur Tagesordnung gehören und die – zahlreichen – Stationen auf dem Karriereweg einer Führungskraft notwendigerweise, das heißt: vom Unternehmen beabsichtigt, regional sehr weit voneinander entfernt liegen. (2) Jeder Absolvent weiß das und doch wollen alle dorthin. Eine komfortable Position für einen Arbeitgeber bei Marktrahmenbedingungen für das Recruiting, die von Personalexperten gern kurz als „War for Talents“ bezeichnet werden. Weiterlesen

Hamburg auf Platz zwei


Nach Recherchen der norwegischen Consultingfirma Menon ist Singapur der bedeutendste maritime Standort der Welt. Basis für die Untersuchungen waren vier Kriterien: Schifffahrt, Finanzierung und Gesetze, Technologie sowie Hafen- und Logistikgegebenheiten. Befragt wurden 200 Industrieexperten in 33 Ländern. Für Singapur zu Buche schlugen insgesamt die branchenfreundliche Politik sowie die strategische Lage an der Haupthandelsroute zwischen Europa und Asien. Auf Platz zwei in dem Ranking der Untersuchung folgt Hamburg und auf Platz drei Oslo. Oslo habe sich zwar in den vergangenen Jahren zu einem hochkarätigen Finanz- und Technologieplatz entwickelt, würde jedoch von Hamburg als wichtiger europäischer Hafenplatz deutlich übertroffen. Beide Städte, so Menon, würden zusammen mit Rotterdam und London darum kämpfen, als führender maritimer Standort in Europa zu gelten. Mit Blick auf die Situation in fünf Jahren prognostizierten die Menon-Analysten, dass Singapur seine leitende Stellung als Top-Platz für die maritime Wirtschaft behalten, aber Schanghai den Aufstieg zum zweiten Platz schaffen werde. Zusätzlich wurde die Aufmerksamkeit auf Dubai gelenkt, das sich von dem führenden maritimen Standort in Mittelost sehr wahrscheinlich bald in den Kreis der weltweit führenden maritimen Plätze einordnen werde.

Quelle: MarineForum 09-15, S.37.